Manchmal läuft's halt einfach kacke | (Winter-)Semesterfazit


Ich habe mir so einiges für mein 7. Semester vorgenommen. Ich war so motiviert, so optimistisch. Voller Tatendrang. Tja und dann kam's doch anders als erwartet..

Dieses Semester verbuche ich dann mal als das erfolgloseste Semester meines Studiums. Und das obwohl ich top motiviert ins Semester startete. Mit einem super Plan. Alle Prüfungen lagen nicht dicht aneinander gedrängt, sondern waren zeitlich soweit auseinander, dass ich hätte prima dafür lernen können. 'Hätte'.. denn irgendwie kam das Leben dazwischen. Die Kinder waren krank. Der Mann war krank. Ich war krank. Eigentlich war jede Woche jemand krank. Mir ging es zwei Monate nicht besonders gut, was wohl an der fehlenden Sonne und vielen anderen Kleinigkeiten gelegen hat. Und dann.. in der heißen Prüfungsphase, starb mein Großvater. Das warf mich aus der Bahn, das lähmte mich. In dieser Zeit war mir schlichtweg nicht nach Pflichten. Ich wollte und musste für meine Familie da sein. Wie das eben so ist. Die Beerdigung war zudem so gelegen, dass ich eine Klausur und ein Praktikum im Labor sausen lassen musste.

Was ich mir vorgenommen hatte
Wenn ihr ausführlich lesen wollt, was ich mir für das vergangene Semester vorgenommen habe, könnt ihr das HIER tun. Dennoch fasse ich kurz zusammen, was ich mir vorgenommen hatte:
  • - mündliche Prüfung in spezieller Botanik 
  • - eine Klausur in Bio-Didaktik 
  • - eine Hausarbeit in Literaturwissenschaft
  • - Drei Protokolle/ Hausarbeit in Chemie 
  • - Präsentation im Blockseminar
  • - 4 wöchiges Schulpraktikum 
Was ich tatsächlich geschafft habe 
Ja, leider nichts besonders viel. Ich konnte meine mündliche Prüfung in spezieller Botanik erfolgreich hinter mich bringen und wurde dabei sogar mit Mikro und Kamera vom Bayrischen Rundfunk begleitet (denn Beitrag könnt ihr euch HIER ansehen).
Aktuell absolviere ich das Schulpraktikum, welches für mein Studium ebenfalls verpflichtend ist.
Tja, und das war es auch schon.

Das Blockseminar musste ich absagen, weil der Mini zu sehr mit seiner Bronchitis und dem Husten zu kämpfen hatte. Die Klausur fiel ins Wasser, weil ich an dem Tag auf der Beerdigung meines Großvaters war. Jedoch möchte ich den Wiederholungstermin der Klausur wahrnehmen, sodass ich diese Klausur dann im April nachschreiben werde.

Dann wären da noch die Hausarbeit und die Protokolle für die ich theoretisch auch noch Zeit hätte. Jedoch wäre eine Hausarbeit ziemlich aufwendig und zeitintensiv. Zeit, die Momentan nicht da ist, weil wir so viel mit den Kids und dem Leben zu tun haben. Doch ich möchte die Protokolle in Chemie noch hinter mich bringen, um das Modul, welches seit dem 1. Semester offen steht, endlich abzuschließen.

Es macht mich natürlich irgendwie traurig, dass ich das alles noch nicht hinter mich gebracht habe, obwohl ich mir einen so tollen Plan zurecht gelegt hatte. Aber im Gegensatz zu meinen ersten Rückschlägen im Studium mit Kind(-ern), habe ich gelernt, zu akzeptieren. Ich kann mich entweder an dem schlechten Gewissen aufhängen, was dann für Frust und schlechte Laune sorgen würde, oder ich nehme es an, wie es ist und halte mir vor Augen, dass manchmal andere Dinge wichtiger sind. Ich bin mir nach wie vor ziemlich sicher, dass es in 50 Jahren keine Rolle spielen wird, ob ich mein Studium in 7, 8, 9 oder 10 Semestern abgeschlossen habe.

In diesem Sinne: schöne Semesterferien, ihr Lieben!

xxx, B.

Kommentare:

  1. Hallo Bini,

    auch mein Semester war in meinen Augen ziemlich "kritisch". Zwar habe ich eine mündliche Prüfung in Geo und eine in Bio gemeistert, sowie die Hausarbeit in Bildungswissenschaften. Klingt erstmal toll, dafür bin ich aber in der schwersten Bioklausur durchgerasselt, aber frag nicht wie. Angeboten wird diese nur im Wintersemester, somit ist klar, ein siebtes Semester wird es definitiv geben. Das zerrt so an meinen Nerven, dass Heulen und der Gedanke nach Aufgeben mein Begleiter sind..! Am 19.03. ist die Nachklausur und ich bin jetzt schon am Ende. Ob ich antreten werde oder kurz vorher wieder nen emotionales Tief herrscht? Mal schauen!

    Machen wir das Beste daraus. Ich hoffe diese Gefühle schwinden bald!
    Dir wünsche ich schöne Semesterferien und für das Sommersemester alles Gute!

    Michaela

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    1. Liebe Michaela,
      das kann ich sehr gut nachempfinden! Ich wünsche dir, dass du für dich die Entscheidung fällst, mit der du dich gut fühlst. Aber ich weiß, dass beide Entscheidungen eine Kehrseite haben können, die einem sehr zu schaffen machen kann. Mir hilft es immer, wenn ich mir sage: wir leben in einer erfundenen Realität. All der Druck und all der Stress sind irgendwie Illusionen. Das klingt vielleicht echt..absurd, aber mir hilft es sehr oft.
      Ganz liebe Grüße!

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  2. Das wird wohl keine 50 Jahre dauern, bis das egal ist, wie lange das Studium gedauert hat :) ich studiere selbst, stehe jetzt nicht weit vor dem Masterabschluss (auch Lehramt, auch Hannover, schwanger mit dem 2. Kind) und bin auch nicht mehr in Regelstudienzeit. Ich hab mir lange Vorwürfe gemacht, aber jetzt, kurz vor dem Ende, bin ich sogar wehmütig. Nie wieder werden wir so flexibel Zeit mit unseren Kindern verbringen können und ganz ehrlich? Arbeiten werden wir noch lange genug. Und manchmal kommt das Leben einfach dazwischen, das hat auch nichts mit Versagen zu tun. Wer nur auf das schaut, was einem die Gesellschaft vorgibt und auf irgendwelche künstlich angesetzten Studienzeit achtet, mag das vielleicht so empfinden, als würde man nicht intensiv genug studieren bzw. eben einfach faul sein. Aber jeder, der auch nur geringfügig genauer hinsieht, erkennt, was man mit Kind und sämtlichen anderen Verpflichtungen leistet. Also, Semester abhaken und weiter geht's! :)

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  3. Alles im Semester besucht was ich wollte habe ich. Dennoch ist das von zu Hause arbeiten mit Kind (8 Monate alt) nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt und auch vorgenommen habe. Ende des Monats muss ich zwei Hausarbeiten und eine Physik Hausaufgabe abgeben. Eine Hausarbeit hab ich halb fertig, von der anderen existiert eine Seite und mit der Hausaufgabe hab ich noch gar nicht angefangen ����
    Mein sohn beschäftigt sich auch wirklich gut alleine, aber mir ist einfach nicht danach mich daneben zu setzen und mich in Literatur einzulesen. Tagsüber, wenn der kleine Mann schläft dann wartet der Haushalt und Abends fehlt mir schlichtweg die Motivation �� bin davon überzeugt das ich eine Hausarbeit schieben werde ��
    Ende des Jahres steht das 1. Staatsexamen an und ich bin mal gespannt, wie das wird. Denn da MUSS ich einfach motiviert sein und mich dran setzen.
    Wenn die Kinder nur so klein sind dann möchte man die Zeit auch einfach genießen. Klar ist es „bewundernswert“ wenn man Studium und Kind gerockt kriegt, aber auf der anderen Seite will man beiden vernünftig gerecht werden.

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  4. ich kann dich da gut verstehen. Ich startete dieses Jahr ins erste Semester (bin 20, meine Tochter 2). Ich studiere auch Biologie unter anderem.
    In diesem Semester kam der Umzug in die neue Stadt, neue Leute um mich herum, alles war einfach anders und aufregend. Ich musste mich an alles gewöhnen. Wenige Wochen später kam die Trennung von ihrem Papa. Das war nicht wirklich eine Überraschung. Vielmehr war es schon länger klar, aber ich wollte es nicht einsehen. Trotzdem sind wir noch gemeinsam in die Wohnung gezogen und da bin ich auch froh drum. Denn von Anfang an alleine zu sein mit Kind und Studium in einer neuen Stadt hätte mir Angst gemacht. Die erste Hälfte war ich super motiviert und habe unglaublich viel gelernt. Leider mit wenig erfolg. Und ich war ziemlich isoliert. Fast 2 Monate wusste nicht mal jemand, dass ich Mutter bin.
    Als die Trennung aktuell wurde hatte ich mein Tief und habe mich nicht erholt. In Bio liefen die ersten 4 Klausuren gut, (danach Trennung) und seitdem keine bestanden. Ergo: im April 3 nachholen... Mein Zweitfach (Latein) hab ich KOMPLETT in den Sand gesetzt und starte im nächsten Semester nochmal neu.. Das war mir zu viel.
    Naja dafür habe ich mittlerweile tolle Leute um mich herum. Also wirklich eine richtige Clique gefunden und gehöre das erste mal richtig dazu. TROTZ Kind in meinem Alter.. Und in der Wohnung kann ich schlussendlich auch bleiben und muss nicht nochmal ausziehen. Im nächsten Semester wird alles besser, das verspreche ich mir.
    Okay, genug ausgeheult. Aber manchmal muss man es loswerden. Und auch wenn es bei dir ganz andere Umstände sind und ich dir eher ein erfolgreiches Semester gegönnt hätte, ist es erleichternder, wenn man spürt, dass das Projekt Studieren mit Kind auch bei anderen einfach nicht immer klappen kann. Das geht einfach nicht immer und das hat die verschiedensten Gründe oder einfach eine Suppe an Gründen, die irgendwann Überkocht.

    Ich hoffe, dass du die Nachprüfung bestehst und geordneter und gelassener ins neue Semester starten kannst! <3

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  5. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  6. Hallo meine liebe Bini =)

    Zunächst einmal ein sehr schöner Beitrag & ich kann deine Frustration gut nachvollziehen, finde aber, du solltest dich nicht selber so unter Druck setzen.
    Ich selber bin überhaupt kein Vorzeigestudent. Jetzt im März 2018 studiere ich bereits seit 5 Jahren! Ja genau, das heißt, ich bin schon im 11 Semester und habe immer noch nicht meinen Bachelor hinter mir. Letztes Semester habe ich endlich mein Praktikum gemacht und wollte nun im März meine Bachelor-Arbeit fertig haben. Ich hatte bereits alles geplant. Alles mit meinem Dozenten und meinem Zweitprüfer, meinen ehemaligen Chef, abgesprochen. Die Bachelor-Arbeit angemeldet. Der Abgabetermin und selbst der Termin für mein Kolloquium standen fest und wurden von beiden Prüfern genehmigt. Ich wollte unbedingt meine Studiengebühren erstattet bekommen und nicht ins 11te Semester rutschen. Am 05.03 ist das SS 2018 angefangen. Am 16.03 hätte ich meine BAA abgegeben und am 22.03. wäre mein Kolloquium gewesen. Ergo hätte ich die 4-Wochen-Frist nach Beginn des nächsten Semesters nicht überschritten und meine Studiengebühren zurückbekommen.

    Doch es war mir alles zu viel! Mal wieder! Zu viel Druck! NUR 2 Wochen Zeit für die Recherche! Und dann? Ab April? Wie hätte ich da in einer neuen Stadt, ohne Studienkredit, ohne Kundenstamm für meine Selbstständigkeit meine Fixkosten bezahlen können, geschweige denn, überleben?
    Dieser Gedanke hat mich jeden Tag gequält, mich innerlich zerrissen. Eine Bachelor-Arbeit schreiben und gleichzeitig in einer neuen Stadt, in der man niemanden kennt, neue Kunden zu akquirieren? Nicht möglich! Nicht wenn, man eine gute Note in seiner Bachelor-Arbeit möchte.
    Die Entscheidung, auf die Studiengebühren zu verzichten, die Bachelor-Arbeit im nächsten Semester zu schreiben und in der Zwischenzeit meinen Kundenstamm in HH zu erweitern, um nach meiner BAA über die Runden zu kommen, war die BESTE Entscheidung, die ich für mich und meine Psyche machen konnte. Lieber ein weiteres Semester und gesund, als darauf zu achten, meinen Bachelor endlich fertig zu haben, so wie es alle von mir verlangen, und am Ende einen Therapeuten aufsuchen zu müssen.

    UND das alles OHNE Kind! Wie du und Moritz es schaffen, diesen Stress zu meistern, den ich nicht einmal ohne die Verpflichtungen eines Elternteils meistern kann, ist für mich einfach unverständlich! Ich bewundere euch beide und eure Ausdauer, euren Mut und euer Durchhaltevermögen so sehr! Egal, wie lange es dauert und wie schwer es manchmal ist! Ich weiß, ihr meistert es super und seid gleichzeitig wunderbare Eltern! Und das zählt (!) und nicht die Tatsache, wie viele Semester du dafür gebraucht hast! Sondern, dass du es am Ende geschafft hast und es gleichzeitig deinen Kindern an nichts gefehlt hat! Genau das ist bei dir der Fall!!

    Meine Bewunderung und meinen Respekt hast du auf jeden Fall <3

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  7. Ebenfalls nicht das geschafft, was ich mir vergenommen habe. Klein A ist Ende August auf die Welt gekommen und ich wollte dieses Semester "nur" eine Hausarbeit, einen Blockkurs und eine Klausur abhaken. Geschafft habe ich:nichts von alledem. Abpumpen hat nicht so geklappt wie es sollte, die Kleine wollte lange fast den ganzen Tag am die Brust und ich wollte alles von zu Hause aus nacharbeiten. Pustekuchen! 1 Dozent hat mir ziemlich klar mitgeteilt, dass er mich durch die Klausur rasseln lässt, weil ich nicht dauerhaft anwesend war. 3 ganze Tage Uni am Stück waren undenkbar und für die Hausarbeit bin ich einfach so platt, nachdem wir hier seit Wochen ein Krankenlager sind�� einerseits fühle ich mich schlecht deswegen, andererseits bin ich froh, alles miterlebt zu haben, was klein A in diesem halben Jahr gelernt hat! Das Studium rennt ja nicht davon, ihre Kindheit aber irgendwie schon����

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