Vom Töpfchen-Training und nassen Bambis


Im vergangenen Winter hatte ich mir etwas ganz fest vorgenommen: wenn der Sommer kommt, dann arbeiten wir mit Pauli daran, dass sie trocken wird. Dann beginnt das Töpfchen-Training. Mit dem Töpfchen-Training haben wir auch in der Tat begonnen, doch im Sommer hat es mit dem Trockenwerden leider noch nicht geklappt. Dafür sind wir jetzt auf dem richtigen Weg und kurz davor, unser Kind als "trocken" betiteln zu können. 

Das erste Töpfchen Training 
Im Sommer, als die Temperaturen endlich angenehmer wurden, haben wir mit dem Töpfchen-Training bei Pauli begonnen. Wir haben sie einfach nackig oder im T-Shirt spielen lassen und sie in regelmäßigen Abständen auf ihr Töpfchen gesetzt. Wenn es dann geklappt hat, hat Pauline sich tierisch gefreut. Es war für sie ein richtiges Erfolgserlebnis. Wenn mal was daneben ging, hat sie bitterlich geweint. Es war ihr sichtlich unangenehm, sodass sie ziemlich schnell bestrebt war, uns bescheid zu sagen, bevor es zu spät war. Zudem hat sie eine liebste Unterhose, auf welcher ein kleines Reh abgebildet ist. Als sie diese Unterhose also einmal trug und es in die Hose ging (im wahrsten Sinne des Wortes), weinte sie und sagte "Bambi ist nass!". Seitdem sagen wir ihr immer, dass sie schnell aufs Töpfchen muss, damit Bambi nicht nass wird. Bambis Trockenheit liegt ihr tatsächlich sehr am Herzen!
Wenn wir am Nachmittag also zu Hause oder bei unseren Eltern waren, ließen wir die Windel einfach weg. Missgeschicke waren dort nämlich nicht weiter schlimm. 

Wieso es im Sommer nicht geklappt hat mit dem Trockenwerden
Ich ärgere mich manchmal ganz schön über mich selbst. Denn vermutlich wäre Pauli schon im Sommer trocken gewesen, wenn ich selbst einfach ein bisschen mehr Durchhaltevermögen an den Tag gelegt hätte. Zu Hause gab es zwar immer wieder kleine Unfälle, aber im großen und ganzen lief es recht gut. Für mich waren Ausflüge jedoch irgendwie nochmal eine Nummer größer. Wenn wir in die Stadt fuhren zum Beispiel. Oder bei jemandem zu Besuch waren. Oder wir Behördengänge erledigen mussten. Dabei hatte ich immer so vieles um die Ohren, dass ich gar nicht an ihr Geschäft dachte. Also zogen wir ihr immer eine Windel an, wenn wir irgendwohin fuhren. Dödöm.. 
Zwei Schritte vor, einen zurück. Diesmal verschuldete ich den Rückschritt. Doch auch im Kindergarten sollte sie weiterhin eine Windel tragen, sodass einfach keine Beständigkeit hinein kam.  Vormittags mit Windeln, Nachmittags ohne. Sie war verwirrt, wodurch es dann wieder mehr Missgeschicke gab. Irgendwann war ich wirklich genervt vom ewigen Wischen, sodass wir irgendwann, der Einfachheit wegen, an dem Punkt angekommen waren, an dem wir ihr wieder rund um die Uhr eine Windel ummachten. 

Aktueller Stand 
Das ganze war etwa im August/September. Nun im November hat mich die Motivation wieder gepackt. Wieso ausgerechnet jetzt? 
Wir haben über den Tag verteilt so unsere Routinen, vor allem Abend. Unter anderem bekommt Pauline am Abend logischerweise den Schlafanzug an und eine neue Windel für die Nacht. Als sie nun einige Nächte hintereinander immer mit trockener Windel wach wurde, nutze ich das aus und sprintete am Morgen immer zuerst mit ihr zum Töpfchen. Da es Nachts so gut klappte, ließ ich die Windel nun in der Nacht und am Nachmittag weg. Tagsüber bekommt sie eine Unterhose und eine Leggins an und wird von uns regelmäßig aufs Töpfchen gesetzt. Alle 1-3 Stunden, je nachdem wie viel sie gegessen und getrunken hat, setzen wir sie auf ihren kleinen Thron. Mal macht sie das gerne, mal nicht so gerne. Manchmal kullern Tränen, doch ich denke, dass es weniger mit dem Töpfchen zu tun hat und mehr damit, dass ich ihre Tätigkeit unterbreche. Aber, das Wichtigste: es läuft meistens ganz gut. Pipi machen klappt wirklich toll. Nur das größere Geschäft geht öfter mal schief oder sie hält inne, weil sie denkt, dass sie das nur in die Windel machen darf. 
Also der aktuelle Stand: seit 3 Tagen sind wir, bis auf kurze Ausnahmen im Kindergarten, windelfrei. Heute Morgen hat sie erstmal die Windel für den Kindergarten verweigert. Irgendwie wäre es ziemlich doof, den Fehler aus dem Sommer zu wiederholen und überhaupt wäre es ziemlich unklug, ihr die Windel gegen ihren Willen umzumachen. Ich hoffe nun einfach auf die Unterstützung aus dem Kindergarten, dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Thema Windeln für Kind Nummer 1 durch ist. 

Präventive Maßnahmen
Pauli läuft also nur noch ohne Windeln herum. An der ein oder anderen Stelle erfordert das präventive Maßnahmen, um sich Arbeit oder Ärger zu ersparen. 
  • Pipi-Schutz auf der Matratze. So können wir das Bett bei Unfällen einfach schnell neu beziehen und plagen uns nicht mit einer nassen Matratze.
  • Wechselkleidung. Eigentlich hatte ich Paulis Wechselkleidung schon längst aus der Wickeltasche verbannt, weil sie einfach nicht mehr nötig war. Doch da wir nun mit Missgeschicken rechnen müssen, haben wir immer 1-2 Unterhosen und Hosen/ Leggins dabei. Man weiß ja nie. 
  • Ausreichend Wechselkleidung im Kindergarten. Ich gehe mal davon aus, dass es im Kindergarten öfter schief gehen wird, als zu Hause. Deswegen rüsten wir ein wenig auf, was die Wechselkleidung angeht. 

Welches Töpfchen verwenden wir? 
Wir zwei Töpfchen, welche folgende wären: 
  • Hauptsächlich nutzen wir ein ganz gewöhnliches Töpfchen, wie jedermann es kennt. Wir haben das Modell LOCKIG von Ikea. Pauli mag diese Version am liebsten, weil es irgendwie 'handfester' ist. Mag vielleicht komisch klingen, aber sie sieht den Erfolg und kann erstmal ein wenig gucken, bevor sie (gemeinsam mit einem von uns) den Inhalt in die Toilette kippt. 
  • Wir haben jedoch auch einen Toilettenaufsatz, den NUK WC Trainer. Der ist mir persönlich zwar lieber, weil ich mir das Putzen des Töpfchens dann sparen kann, doch PauPau mag ihn noch nicht allzu häufig benutzen. Dennoch erweist es sich als ziemlich praktisch den Aufsatz mitzunehmen, wenn wir zur Familie oder zu Freunden fahren. 
Wenn wir sie für etwas sensibilisieren wollen, darf sie gerne den Ton angeben. Dann versuchen wir daraus eine rundum positive Erfahrung zu machen, möglichst ohne Konflikte. Sie soll nichts negatives damit Assoziieren, was sie im Vorhinein abschreckt. Also lassen wir ihr die Wahl. Immer und immer wieder. Und wir machen ihr das gesamte Thema irgendwie schmackhaft. Beispielsweise mit süßen Tiermotiven auf den Unterhosen, allen voran Bambi. Wir tricksen also ein wenig. 

Ich wurde zudem noch gefragt, ob wir Paulines Trinkverhalten einschränken. Beispielsweise am Abend oder in der Nacht. Das kann ich bisher ganz klar verneinen. Sie trinkt zu Hause nur stilles Wasser oder mal eine Milch. Da ich es super finde, dass sie problemlos und gerne Wasser trinkt, möchte ich ihr das nicht Verwehren. Sie bekommt für die Nacht weiterhin ihren NUK Trinkbecher ans Bett gestellt und sie darf auch vor dem Zubettgehen ein wenig trinken, es müssen nur nicht zwei Becher Wasser auf einmal sein. 

Wir wollen sie jetzt ganz sanft und völlig ohne Druck dabei begleiten, dass sie windelfrei wird. Unfälle sind für sie schlimmer, als für uns. Auch wenn es manchmal nervt, sie umziehen oder den Boden wischen zu müssen, zeigen wir ihr das nicht. Wir bekräftigen sie. Sagen ihr, dass es okay ist. Dass sie noch lernt. Sie hat signalisiert, dass sie keine Windel mehr tragen möchte. Nun liegt es an uns, das Ganze umzusetzen. Ich denke, dass sie nur ohne Windel ein richtiges Gefühl dafür entwickeln kann. Dass sie sich so selber schult und bewusst wahrnimmt "Oh, gleich kommt was.". Nur ohne Windel merkt sie, dass da keine Backup-Sicherheit mehr ist. 
Und ich bin mir sicher: wenn wir es einige Wochen durchziehen, können wir ganz bald sagen: PauPau ist windelfrei. 

Wie habt ihr das bei euren Kindern angestellt und wie alt waren sie? Erzählt mal! 

xxx, B. 

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