Mutterschaft die Zweite ♦ Von Unsicherheiten und Selbstvertrauen


Mutter zu werden, ist eine wundervolle Reise. Eine Reise die geprägt ist von unbändiger Vorfreude und Liebe, doch auch von Ängsten und Unsicherheiten. Inwiefern verändert sich diese Reise, wenn man ein zweites Mal dieses Wunder erlebt? 

Das erste Mal Mama

Mit dem positiven Schwangerschaftstest in der Hand beginnt die aufregende Reise zur Mutterschaft. Alles ist noch so ungewiss. Fragen schwirren im Kopf herum. Obwohl da so viel Freude, so viel Liebe ist, so macht sich auch die Unsicherheit breit. Bin ich dieser Aufgabe gewachsen? Kann ich einem kleinen Menschen gerecht werden? Werde ich eine gute Mutter sein? 
Und dann, nach 10 langen Monaten des Wartens, ist es soweit. Man hält das kleine Bündel Liebe in der Hand und versucht zu verstehen. Man versucht das Leben zu verstehen, das da entstanden ist. Dieses Gefühl ist so groß, so überwältigend. Doch dann kommt der Alltag, mit all seinen kleinen Aufgaben, die die Mutterschaft, das Elternsein mit sich bringt. Stillen, Wickeln, Nähe und Geborgenheit geben. Mutter sein. Klingt einfach, ist es aber nicht unbedingt, wenn man das erste Mal eine solch große Verantwortung trägt. Man hängt in seinem Handeln oft in einem Zwiespalt fest, zwischen "Einfach intuitiv handeln, nach dem Bauchgefühl" und "Alles lieber 10 Mal überdenken und ganz vorsichtig sein" fest. 10 Mal überdenken, weil man noch so unsicher ist. Weil man noch keine Erfahrungen hat. Aber ist dieses Überdenken nicht ein Zeichen dafür, dass wir unser Bestes geben wollen? Das wir alles richtig machen wollen? Oder bremst es uns und unsere mütterlichen Fähigkeiten in gewisser Weise aus, weil wir zu zimperlich sind. Zu zimperlich mit uns und unserem Nachwuchs. Wenn man das erste Mal Mutter wird, fehlt es oft noch an Selbstvertrauen. Doch wo soll man diese auf dieser Ebene auch her haben, wenn man dieser Aufgabe noch nie begegnet ist. Für alles gibt es schließlich ein erstes Mal. 

Das zweite Mal
Mit dem zweiten positiven Schwangerschaftstest in der Hand beginnt eine zweite spannende Reise zur Mutterschaft. Eine Reise die keineswegs weniger aufregend ist, als beim ersten Mal. Nein, irgendwie sind die Emotionen teilweise noch präsenter. Noch (er)greifender, weil man das Resultat dieser zwei kleinen Streifen schon vor sich hat. Weil man weiß, dass diese zwei kleinen Streifen bedeuten, dass es einen weiteren Lieblingsmenschen geben wird. Einen Menschen, den man noch mehr liebt, als sein eigenes Leben. Man weiß einfach, welch Wunder einen erwartet, denn man hat bereits eines auf dem Arm. Und nun ein weiteres unterm Herzen. Die 10 Monate Schwangerschaft verfliegen wie im Fluge und zack, da liegt ein zweites Bündel Liebe in den Armen. 
Unsicherheiten? Fehlanzeige. Dieser kleine Mensch ist so perfekt. Man möchte die Zeit anhalten, weil das erste Kind ein Spiegel dessen ist, wie schnell Zeit vergeht. Wie schnell die Erde sich dreht. Wie vergänglich Momente sind. Und wieder begegnen wir den gleichen Aufgaben, wie schon beim ersten Mal. Stillen, Wickeln, Nähe und Geborgenheit geben. Mutter sein. Klingt einfach, ist es dieses Mal auch. Das erste Kind hat uns so vieles gelehrt. Umgang, Geduld, neue Fähigkeiten. Wie man alles mit nur einer Hand erledigen kann zum Beispiel, weil man das Kind ständig tragen muss. Doch das Wichtigste: das erste Kind hat uns Selbstvertrauen gelehrt. Selbstvertrauen in die Rolle der Mutterschaft. Selbstvertrauen in uns. Man denkt nicht mehr darüber nach, was getan werden muss. Man handelt einfach. Als wäre es das Normalste der Welt. Wie atmen oder auf die Toilette gehen. Wie der Abschiedskuss am Morgen, wenn man das Haus verlässt oder das Abschließen der Haustüre, beim Verlassen des Hauses. Unsicherheiten? Fehlanzeige. Das Muttersein und die damit einhergehenden Fähigkeiten sind so fest in uns verankert, das uns alles ganz locker von der Hand geht. Davon profitiert der zweite Sprössling natürlich, denn wo die Unsicherheit weicht, wird Platz für Schönes gemacht. Platz für sorglose Kuscheleinheiten zu viert oder einem spontanen Besuch bei den Großeltern. Ganz ohne Stress oder Angst. Weil man einfach weiß, wie der Hase läuft. 

Jedes Kind, jede neue Mutterschaft bringt so seine Herausforderungen mit sich. Das erste Mal ist jedoch eine besondere Herausforderung. Man versucht zu funktionieren und hofft, dass man richtig funktioniert. Dass man dem Kind nicht schadet. Man versucht zu lernen und das möglichst schnell. Man muss erst wachsen, um zu verstehen. Reinwachsen in seine Rolle als Mutter. 
Bei dem zweiten Kind gibt es andere Herausforderungen zu meistern. Den Spagat zwischen zwei Kindern zum Beispiel. Mit der Zerrissenheit umzugehen, die zwei Kinder manchmal in einem auslösen. Auch nicht immer einfach, doch man hat so seine Erfahrungswerte als Mama gesammelt und kann mit Herausforderungen besser umgehen. Irgendwie funktioniert man nicht mehr nur, man lebt. Man lebt die Mutterschaft, das Mamasein. Man lernt nicht, man tut. Unsicherheiten? Fehlanzeige. 

Danke an das Tochterkind, dass mich so vieles gelehrt hat. Das all diese ersten Male mit mir überstanden hat. Mit mir gewachsen ist. Und danke an den Sohnemann, der mich in meinem Selbstvertrauen als Mutter bestärkt. Der mir erneut gezeigt hat, wie wundervoll diese Aufgabe ist. 
Danke an meine Kinder. Dafür, dass sie mich so erfüllen. 

xxx, B.zweifache Mama 



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