Das Erste präsentiert ein neues Serien-Highlight: "Das Verschwinden" ♦ *Anzeige



Wer uns auf Instagram folgt, wird vielleicht mitbekommen haben, dass wir in unserer Partnerschaft ein gemeinsames Hobby haben: Serien. Diese werden nicht einfach konsumiert, nein nein. Wir analysieren, wir interpretieren, wir stellen Vermutungen auf. Wir kritisieren gerne gemeinsam. Aus diesem Grund freute es uns besonders, dass wir im Zuge einer ARD Kampagne vor dem Ausstrahlungstermin die ersten beiden Folgen der Miniserie "Das Verschwinden" sehen durften. Worum es in etwa geht und ob es sich lohnt? Wir verraten es euch. 

(Copyrightangabe: © ARD Degeto/23/5 Filmproduktion/Yoshi Heimrath (Repros) + Gerald von Foris)

Story

In einer bayerischen Kleinstadt nahe der tschechischen Grenze, verschwindet die zwanzigjährige Janine Grabowski (gespielt von Elisa Schlott). Als ihr Auto verlassen in einem Acker unweit der Grenze gefunden wird, beschleicht sich ihrer Mutter Michelle ein unwohles Gefühl, doch die Polizei nimmt eine Vermisstenanzeige nicht richtig ernst. 

(Copyrightangabe: © ARD Degeto/23/5 Filmproduktion/Yoshi Heimrath (Repros) + Gerald von Foris)

Bestimmt würde sie schnell wieder auftauchen, sie sei wahrscheinlich bloß in der tschechischen Partyszene versackt. Das mit dem Auto sei zwar seltsam, würde sich aber schon irgendwie erklären lassen. Während auch vieles darauf hindeutet, dass sie ihrem "Kuh-Kaff" unbemerkt den Rücken kehren wollte, ist ihre Mutter Michelle (Julia Jentsch) überzeugt, dass Janine etwas zugestoßen sein muss. Weder Polizei noch Freunde mögen hier so recht an ein Verbrechen glauben. So ist Michelle gezwungen, sich auf eigene Faust auf die Suche zu machen. 

(Copyrightangabe: © ARD Degeto/23/5 Filmproduktion/Yoshi Heimrath (Repros) + Gerald von Foris)

Je mehr sie über ihre Tochter und deren Umfeld in Erfahrung bringt, desto stärker stellt sich ihr die Frage, wie sehr ihr eigenes Verhalten in der Vergangenheit dazu beigetragen hat, ein Netz aus Lügen und Geheimnissen zu spinnen, in dem Janine nicht das einzige Opfer bleibt. 

Die Geschichte wird mithilfe von Charakterzeichnungen verschiedener Kleinstadt-Familien des Dunstkreises der Vermissten Janine erzählt. Es geht um einen erzieherischen Generationskonflikt, Drogenmissbrauch und Perspektivlosigkeit.

Kritik

In der Regel werden amerikanische Serien in unserer Generation mehr konsumiert als deutsche - und das auch meist zu Recht. Obwohl die meisten Serien, die wir gucken und in den vergangenen Jahren zusammen geschaut haben, auch eher amerikanischen Ursprungs waren, schleichen sich seit Anfang letzten Jahres langsam auch immer mehr deutsche Perlen in unseren Fernsehabend. 
Ich (Moritz) schaue schon seit einigen Jahren auch gerne mal einen Tatort. Denn, während amerikanische Produktionen dafür gelobt werden wenn ihr Plot langsam, tiefgehend und weniger 'actionreich' erzählt wird, gilt dieser Zustand in deutschen Filmlandschaft schon ewig als Standard. 

Gerade diese Erzählweise jedoch, lässt viele, gerade jüngere, Zuschauer das deutsche Medium schnell als langweilig, trist und öde wahrnehmen. "Tatort? -Nee,..lieber ein Jerry Bruckheimer oder Michael Bay Film (u.a. Armageddon, Bad Boys, Transformers, The Purge) oder eine HBO Serie wie "Game of Thrones" oder "Die Sopranos"! 

"Das Verschwinden" ordnet sich nun jedoch ein, in die gut erzählte und fesselnde deutsche Seriensparte. Diese Miniserie zeigt, dass man Spannung, "Storytelling" und cineastische Kunst nicht erst importieren und synchronisieren muss. Zugegebener Maßen, wirken die ersten 20 Minuten zwar im ersten Moment etwas gestreckt, doch dies ist auf die Charaktervorstellung zurückzuführen, die schon in den ersten Sekunden eine unangenehme Realität widerspiegelt und eine äußerst neugierig machende Unbehaglichkeit hervorruft. Die von der audio-visuell manipulierenden kalten Stimmung verursachte Unbehaglichkeit, sorgt dann auch dafür, dass die erzählte Geschichte mit Anspannung und Aufgeregtheit verfolgt wird. Sie wird so mitreißend erzählt, dass man am Liebsten alle Teile sofort 'binge watchen'* möchte, ja gar regelrecht einen Drang verspürt, dass das Rätsel um die vermisste Janine endlich gelöst wird. "Das Verschwinden" zeichnet ein schonungsloses und erschreckendes Generationenportrait im heutigen Deutschland. 

Für die besondere Authentizität des Filmes, greift Regisseur Hans-Christian Schmid die aktuellen Entwicklungen des Drogenhandels mit Crystal Meth an der Tschechischen Grenze auf. Im Deutschlandfunk wird ein Zollbeamter zum Thema  folgendermaßen zitiert: 

"Sie müssen sich vorstellen, unsere Kolleginnen und Kollegen wohnen zu 80 Prozent im Grenzgebiet. Und dann hast Du junge Leute in der Kontrolle, die mit deinen Kindern in die Schule gegangen sind, zum Fußball gegangen sind, oder die du aus der Nachbarschaft kennst. Und erkennst auf einmal, was der Crystal-Konsum in relativ kurzer Zeit aus diesen gesunden, jungen Menschen gemacht hat."   Artikel auf Deutschlandfunk.de

Dieses Thema ist also hoch brisant und brandaktuell. Hans-Christian Schmid zieht mit seinem Film nicht nur den verklärenden Schleier der Biederkeit und des Wohlanständigen beiseite, um einen dahinter liegenden Sumpf des Verbrechens zu beleuchten, sondern zeigt die Natürlichkeit der Opfer und das Ausmaß des Problems von Drogenhandel aus der Perspektive verschiedener Individuen und Bevölkerungsschichten. Der Fokus liegt auf jenen, die eigentlich nichts Böses im Schilde führen, aber diversen Zwängen erliegen sind. Auf ihnen, die von Ängsten beherrscht und von unerfüllten Hoffnungen geplagt werden. Es wird eine Geschichte erzählt von ganz normalen Menschen, jetzt und hier. 

(Copyrightangabe: © ARD Degeto/23/5 Filmproduktion/Yoshi Heimrath (Repros) + Gerald von Foris)

(Copyrightangabe: © ARD Degeto/23/5 Filmproduktion/Yoshi Heimrath (Repros) + Gerald von Foris)

Dass wir als Eltern seither Serien auf andere Weise konsumieren hatten wir ja bereits in einem anderen Artikel beschrieben. Auch bei "Das Verschwinden" stellt sich das Elternsein wieder als eine Qual heraus. Im positiven Sinne natürlich. Es verhält sich hier jedoch nur noch etwas komplizierter als bei vielen anderen Serien. Während man mit der sorgenden Mutter fühlt, bemerkt man man auch, dass man noch nicht alt genug ist, um sich von der zwanzig jährigen Tochter Janine und ihrer Perspektive zu distanzieren. 

Wir haben die ersten Folgen der Mini-Serie also reflektierend aus zwei Blickwinkeln geschaut und hatten sehr großen Spaß. Daher können wir nun Teil 3 und 4 kaum erwarten! 

Die Ausstrahlung ist jeweils am 22. / 29. / 30. und 31. Oktober um 21.45 Uhr im Ersten und erfolgt zunächst in 4 x 90 Minuten sowie anschließend in 8 x 45 Minuten in den Dritten Programmen.

Außerdem wird es noch kurzfristig drei Gelegenheiten geben, alle acht Folgen der Serie am Stück im Kino anzuschauen, also wirklich zu "binge watchen", und zwar :

• in Berlin am Samstag, 14. Oktober von 11:00 bis 17:30 Uhr im Kino International
• in Hamburg am Sonntag, 15. Oktober von 13:00 bis 20:00 Uhr im Kino Abaton

Viel Spaß mit der Serie,
Moritz

Weitere Infos findet ihr HIER. 



Trailer:







*"binge watching": Dabei handelt es sich um einen kulturellen Trend, der insbesondere durch die steigende Popularität und Verfügbarkeit von Video-on-Demand-Angeboten begünstigt wird,da es dem Zuschauer ermöglicht, Videomaterial jederzeit auf Anfrage über einen Stream anzuschauen. Im Gegensatz zum linearen Fernsehen, bei dem das Programm durch den Fernsehsender vorgegeben wird und typischerweise die Folgen einer Staffel über mehrere Monate verteilt sind, können bei Video-on-Demand-Angeboten mehrere Folgen hintereinander angeschaut werden. Quelle: Wikipedia


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