♢ Der Tag, an dem ich mich bereit für mein Baby fühlte ♢♢ Von abfallendem Stress und einer geplatzten Fruchtblase♢



In dieser Schwangerschaft hörte ich immer wieder andere Frauen sagen, dass sie nun bereit für die Geburt wären. Dass sie sich mit all ihren Sinnen auf das kleine Wunder konzentrieren könnten und mental einfach "fertig schwanger" waren. Mir fehlte dieses Gefühl, das mir sagte, dass ich bereit bin. Dass ich gewappnet und gut vorbereitet bin, denn fast bis zuletzt fühlte ich mich ganz und gar nicht bereit. 

Verpflichtungen, Uni und Stress
Das ganze Semester über hatte ich Sorge, dass unser Sohn sich etwas früher auf den Weg machen könnte und seine Geburt dann in meine Prüfungsphase fallen würde. Mir war es ziemlich wichtig, die mir vorgenommenen Prüfungen zu absolvieren, um immerhin einen kleinen Fortschritt für das Semester verbuchen zu können. Mir war das so wichtig, dass ich mir an der ein oder anderen Stelle unnötigen Stress machte und mich gedanklich nicht 100 % auf die Schwangerschaft einlassen konnte. 
Der 22. Juli wäre der Tag, an dem ich meine letzte Prüfung haben würde. Der Entbindungstermin ist der 11. August. Sobald ich die letzte Klausur geschrieben haben würde, würde all der Stress von mir fallen und ich könnte mich endlich bereit fühlen, so dachte ich. Bereit für das Mamasein von zwei Kindern, bereit für das Familienleben zu viert. 
Der 22. Juli kam, ich schrieb meine Klausur und war selig. Doch die Anspannung der letzten Monate hallte nach. Ich konnte nicht wie gewünscht runter fahren und mich voll und ganz auf die Schwangerschaft konzentrieren. Dafür gab es zu Hause so vieles zu erledigen: Anträge, Babyvorbereitungen, Kindesbespaßung und dem Mann den Rücken freihalten, damit er an seiner Bachelorarbeit weiterarbeiten kann. Ob ich mich bereit fühlte? Was die Wehwehchen anging, wäre ich vermutlich schon im 1. Trimester bereit gewesen. Doch das Gefühl, welches ich mir nach all dem Stress erhoffte, kehrte nicht ein. Ich fühlte mich nicht bereit für unser Baby. Noch nicht. 

Der 31. Juli 2017 
Ich wachte morgens auf und war voller Vorfreude auf den Tag. Es war Paulines letzter Kindergartenfreier Tag, welchen wir genießen wollten. Außerdem erwarteten wir Besuch von meiner Freundin Janina und ihrem Sohn Eliel. Freundinnen Gespräche, frische Luft und Kindergelächter- welche Mama freut sich da nicht drauf? 
Obwohl ich an dem Tag nicht aufräumen wollte, überkam mich ein plötzlicher Putz- und Aufräumwahn, sodass ich mich kurzerhand dazu entschied, ein wenig Ordnung in die Bude zu bringen. Als ich fertig war, setzte ich mich mit Pauline auf die Couch. Wir kuschelten, lasen Bücher und lachten viel. Immerzu streichelte und küsste sie den Bauch und erklärte mir, was bald passieren würde. Mama würde Bauchschmerzen bekommen, die Oma auf Pauline aufpassen und dann ist das Baby da. Mein großes, großes Mädchen, was bin ich stolz auf dich. In diesem Moment gingen so viele Emotionen mit mir durch. Ja und irgendwie konnte ich es plötzlich nicht erwarten, unser zweites Kind, welches unser Leben mit noch mehr Liebe füllen würde, in den Armen zu halten. Ganz plötzlich fühlte ich ein wohliges Gefühl, wenn ich an die Ankunft unseres Sohnes dachte. Ganz plötzlich und ohne Vorwarnung war ich bereit. Bereit für die Geburt und unser zweites Kind. 
Am Nachmittag kamen dann Janina und Eliel. Wer ihren Blog Walking on tiptoes verfolgt, weiß, dass sie zauberhafte Bilder macht. Also packten wir die Kinder ein und machten einen langen Spaziergang über die Felder der Lüneburger Heide. Die schöne Location nutzten wir also direkt für ein kleines Dickbauch-Shooting aus. Das dies meine letzten Schwangerschaftsbilder sein sollten, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht, doch im Nachhinein bin ich Janina für die Bilder umso dankbarer. Wir gingen weiter zum Spielplatz, wo die Kinder im Sand budelten, spielten und einfach glücklich waren. Wir saßen da und unterhielten uns über unsere Kinder. Die Kinder, die vor uns saßen und schon so selbstständig spielten und die Kinder, die wir unter unserem Herzen trugen, in unseren Bäuchen. Das Leben mit Kindern ist nicht immer einfach, aber so lohnenswert und wunderschön. Da waren wir uns einig.
Wir machten uns auf den Heimweg. Dort angekommen, machten sich Eliel und Janina ebenfalls auf den Weg. Wir nahmen uns in die Arme und Janina begutachtete ein letztes Mal meinen Bauch.

"Bini, ich kann nicht glauben, dass das das letzte Mal sein könnte, dass ich dich schwanger sehe. Wer weiß, vielleicht fahre ich jetzt nach Hause und dir platzt die Fruchtblase!" 

Sie sollte recht behalten. Um 19.30 Uhr verabschiedeten wir uns. Um 21 Uhr gingen Moritz und ich ins Bett. Ich erzählte ihm, dass ich mich plötzlich bereit fühlen würde. Dass es meinetwegen jederzeit losgehen könne. Ich kuschelte mich an ihn, wir schauten eine Folge der Serie 'House of Cards' und um 22.30 Uhr schlief ich selig in den Armen meines Mannes ein.

Um 23.52 Uhr wurde ich blitzschnell wach. Aua, was hatte ich denn plötzlich für heftige Bauchschmerzen? Ich war zu verschlafen, um überhaupt an Wehen zu denken. Ich stand auf, ging auf die Toilette und legte mich nichtsahnend wieder hin. 23.59 Uhr: die nächste Welle der Bauchschmerzen erfasste meinen Körper. Wieder verspürte ich den Drang, auf die Toilette zu müssen. Als ich scheinbar fertig war, nahm ich ein Blatt Toilettenpapier nach dem anderen und wunderte mich darüber, dass es einfach nicht trocken wurde. Merkwürdig. 
Ich stand auf und wollte gerade meinen Slip hochziehen, als ich merkte, dass ich tropfte. 

Mit leichter Angst, etwas Euphorie und einer ordentlichen Portion Unsicherheit rief ich: "Moritz, ich glaube meine Fruchtblase ist geplatzt!" Da stand er schon in der Tür, schaute mir zu, wie ich tropfte und grinste übers ganze Gesicht. 

Ja, der 31. Juli wird mir wohl ewig in Erinnerungen bleiben. Ein sehr emotionaler Tag, an dem ich mich endlich bereit fühlte für unser zweites Kind. Und der Tag, an dem mir die Fruchtblase platzte. 

xxx, B. 











Kommentare:

  1. Oh was für schöne Bilder ❤
    Lob an Fotografin und Fotomodel :)
    LG Laurena

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  2. Ja das sind wirklich tolle Bilder. Und was ein Glück das es noch geklappt und alles gepasst hat.
    Bis jetzt ein toller Verlauf, so wie man es sich vorstellt.
    Bin gespannt auf den 2.Teil.
    Alles Liebe euch. Habt noch einen schönen Tag.

    Sind die Schmerzen ins Bein weg?

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  3. Zauberhaft bist Du!
    Diesen Tag und meinen prophezeienden Satz werde ich so schnell auch nicht vergessen. Wundervoller Tag!
    ❤❤❤

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