♢ Eine kleine, aber bedeutsame Liebesgeschichte ♢♢ Alles Gute zum ersten Hochzeitstag, Hubby!♢



Als ich nach Amerika ging, nahm ich mir fest, ja ganz fest vor, mich nicht in eine Beziehung zu stürzen. Denn in Deutschland hatte ich eine katastrophale Beziehung hinter mir gelassen und wollte dieses Jahr nur für mich nutzen. Liebschaften? Gern. Liebe? Nein danke.
Zum Glück kam alles anders, als gedacht. Zum Glück kamst du!

Juli 2011
Der Monat, der alles verändert hat. Der Monat, der unser Leben bestimmt hat. Der Monat, in dem ich mein Abenteuer USA startete und das erste Mal mit dir über Facebook schrieb. 

Ich war neu in der Stadt und kannte niemanden, abgesehen von meiner Gastfamilie. In den ersten 2 Wochen störte mich das nicht sonderlich, weil alles noch so neu und aufregend war, doch nach einiger Zeit sehnte ich mich nach Freunden. Nach Leuten, mit denen ich meinen Feierabend und meine Wochenenden verbringen konnte. Nach Leuten, mit denen ich Spaß haben konnte. 
Also suchte ich auf Facebook nach anderen Au Pairs oder Veranstaltungen und wurde prompt fündig: zum einen fand ich einen gewissen 'Moritz' und zum anderen eine Veranstaltung für eine Grillparty, zu der scheinbar auch viele andere Au Pairs gehen würden. 

Ich zögerte nicht lange und schrieb diesen Typen namens Moritz an und sagte der Veranstaltung zu. Moritz und ich kamen schnell ins Gespräch und tauschten unsere Handynummern aus. Wir wollten uns zwar treffen, doch erstmal würde Moritz im Urlaub sein, in Florida mit einigen anderen Au Pairs. Da ich mich also noch gedulden musste, um Moritz kennenzulernen und ich unter Leute kommen wollte, fuhr ich zu der besagten Grillparty und traf sogar ein bekanntes Gesicht, dass ich bereits aus der amerikanischen Botschaft in München kannte: meine heutige beste Freundin Lilly. Wenn ich so daran zurückdenke, habe ich an diesem Tag eine Menge Leute kennengelernt, die noch heute eine große Rolle in unserem Leben spielen. Leute, die für uns zu einer zweiten, amerikanischen Familie geworden sind. 

Aber zurück zur eigentlichen Geschichte: es vergingen zwei Wochen, in denen ich ziemlich viele Leute kennengelernt habe. Diese zwei Wochen waren gefüllt mit so vielen Erlebnissen und Menschen, wie ich es in Deutschland nicht mal in zwei Jahren erlebt hätte. Irgendwann, ich hatte ihn schon fast vergessen, da meldete sich Moritz wieder. Er wäre aus dem Urlaub zurück. Ob wir uns nicht treffen wollen. "Klar, wenn du den ganzen Weg zu mir gefahren kommst, gerne." Dazu sei gesagt, dass Moritz an dem einen Ende von Washington DC und ich am anderen Ende der Stadt lebte. Eine Stunde Autofahrt trennten uns etwa. Doch das war scheinbar kein Problem für den Herren, denn er machte sich brav auf den Weg zu mir und wir trafen uns in Old Town in Alexandria. 

August 2011, Die erste Begegnung
Einen Tag vor dem ersten Treffen mit Moritz war ich shoppen und kaufte mir ein Kleid und High Heels. Da ich dieses Outfit so schön fand, nutze ich die Gelegenheit und zog die neu erworbenen Teile direkt an. Nur mal so am Rande: ich war völlig Over Dressed und sah aus wie ein Püppchen. War mir zu dem damaligen Zeitpunkt jedoch egal. 
Ich sagte meiner Gastmutter noch bescheid, wohin ich fahren und wen ich treffen würde. Sie erwiderte mir: "Bini, this guy will fall in love with you. You look goergeus!" Thank you, Gastmama! Doch das war überhaupt nicht meine Intention. Ich wollte nur neue Leute kennenlernen. Mehr nicht.  
Ab ins Auto und nach Old Town, um also diesen Typen zu treffen. Vielleicht würde daraus ja eine Freundschaft werden. 

Da ging ich also die King Street in Old Town entlang und sah Moritz auf mich zukommen. Woran ich mich noch besonders gut erinnern kann, sind sein rotes T-Shirt und seine weiße Neff-Sonnenbrille. Er strahlte solch eine 'Coolness' und Lässigkeit aus, das gefiel mir auf anhieb. Plötzlich kam ich mir total lächerlich vor, in meinen High Heels und dem Kleid. Aber was soll's, da muss ich nun durch. Obwohl Moritz ein Deutscher war, wirkte er so amerikanisch. Seine aufgeschlossene Art, sein Look und diese Leichtigkeit.. er war mir sofort sympathisch. 
Wir schlenderten die King Street runter, bis zur Wasserfront. Ich wollte mir noch einen 'Strawberries and Cream Frappuccino' bei Starbucks holen und zu meiner Überraschung zückte Moritz seine Karte und bezahlte mir das Getränk. Wir setzten uns an die Wasserfront, beobachteten Flugzeuge, Boote und sogar einen Hochzeitsantrag. Wir unterhielten uns über das Leben in Amerika, denn schließlich war der Herr mir um 6 Monate USA Erfahrung voraus. Irgendwie habe ich ihn schon in diesem Moment für seine lockere und amerikanische Art angehimmelt. Moritz erklärte mir, wie die meisten Au Pairs ticken und auf was es zu achten gilt. Wenn man es ganz nüchtern betrachtet, erklärte er mir das Au Pair ABC. Doch wir redeten auch über unser altes Leben in Deutschland. Über gescheiterte Beziehungen und darüber, wie unser Leben weitergehen soll. Ich erinnere mich daran, dass er sagte, er wolle vor 30 verheiratet sein und ein erstes Kind haben.
Verrückt, dass wir schon bei unserem ersten Treffen auf das Thema 'Familie' zu sprechen kamen, denn schließlich war es kein Date, zumindest kein romantisches Date. Es war lediglich ein Treffen, um Leute kennenzulernen.
Wir saßen noch ziemlich lange da und redeten über alles mögliche, bis - wen wundert's- ich Hunger bekam. Also fuhren wir gemeinsam zu McDonalds und um ihm zu beweisen, dass ich nicht das Püppchen bin, für das er mich vermutlich aufgrund meines Outfits hielt, zahlte ich das Essen (außerdem konnte ich mich so für den Frappuccino revanchieren).
An diesem Tag müssen wir wirklich viel Zeit miteinander verbracht haben, denn als ich nach Hause kam, war es bereits zappen duster.

Von da an trafen wir uns regelmäßig. Einmal unter der Woche und meist auch noch am Wochenende, da wir schnell den gleichen Freundeskreis hatten. Zu dem Zeitpunkt merkte ich gar nicht so recht, dass sich da was anbahnt zwischen Moritz und mir. Zum einen wollte ich ja gar keine Beziehung, weswegen ich überhaupt nicht in diese Richtung dachte. Zum anderen hatte ich sehr wohl mitbekommen, dass der Moritz sich so einige Mädels angelacht hat. Schließlich sah ich ihn auf einer Party noch wild mit einem Mädel rum knutschen, aber ich konnte es ihm nicht verübeln: ich tat an diesem Abend das Gleiche mit einem anderen Kerl.

September 2011 
Wir trafen uns weiterhin regelmäßig und mittlerweile war mir durchaus aufgefallen, dass Moritz Interesse an mir hatte. Ich wusste nur nicht, welcher Art dieses Interesse sein würde. Als ich ihm dann erzählte, dass ich nun einen Amerikaner datete, war er nicht sehr 'amused'.. ich meine mich zu erinnern, dass seinerseits ein blöder, schnippischer Spruch kam, welchen ich gekonnt ignorierte.
Mittlerweile hatten wir täglich Kontakt und versuchten uns so oft zu sehen, wie nur möglich. Wir gingen zusammen shoppen (kein Witz, er ist und war die beste Shopping-Begleitung), saßen stundenlang bei Starbucks und fuhren mit dem Auto durch die Gegend. Manchmal haben wir uns einfach auf einen Parkplatz gestellt und über das Leben philosophiert oder uns über die Arbeit geärgert. Hin und wieder erzählte ich ihm natürlich auch von meinen Dates. Dazu sagte er nie besonders viel, also schien ihn das Thema zu wurmen.
Eines Abends schrieb er mir ziemlich deutlich und direkt, dass er so nicht weiter machen wolle. Er hätte genug One-Night-Stand-Dramen gehabt und möchte auch keine Freundschaft mit einer solchen "Spannung" führen. Er sagte mir an diesem Abend klipp und klar und für mich etwas überraschend: ganz oder gar nicht. Entweder wir wagen eine Beziehung oder wir hören auf uns zu treffen.

Ich war ziemlich überrumpelt und wusste nicht so recht, was ich antworten solle. Bis dahin haben wir uns nicht einmal geküsst, sind uns nicht einmal näher als eine Umarmung zur Begrüßung oder Verabschiedung gekommen. Irgendwas in mir sagte jedoch, dass ich auf diesen Menschen nicht verzichten möchte. Nein, das wäre irgendwie ein Verlust, der schon jetzt schmerzen würde. Ohne also so recht zu wissen, ob ich das wollte oder nicht, antwortete ich ihm: "Ganz."
Wir wollten das Ganze natürlich nicht so stehen lassen und verabredeten uns für den nächsten Tag in einer Shopping Mall. Wie sollte ich ihm Hallo sagen? Mich einfach normal verhalten oder ihm um den Hals fallen? Ich entschied mich für das normale Verhalten, war jedoch so angespannt, dass ich mich vermutlich alles andere als normal verhielt. Wir schlenderten etwa 3 Stunden durch die Mall, und tranken einen Kaffee nach dem anderen, bis wir uns auf eine Bank setzten und ein wenig zur Ruhe kamen. Das Thema vom Vorabend hatten wir noch nicht angesprochen, doch es flog wie eine Wolke um uns. Da war noch etwas unausgesprochenes in der Luft. Ich überlegte lange, wie ich das ansprechen sollte, doch bevor ich etwas sagen konnte, küsste er mich schon.

Dieser Kuss fühlte sich so gut an, dass gar nichts weiter besprochen werden musste. Ab jetzt gab es nicht mehr nur Moritz oder nur Bini. Ab jetzt waren wir Mo und Bini, das Au Pair Pärchen. Ja und nur drei Monate später hatte ich das erste Mal diesen Gedanken. Nein, dieses Wissen. Das Wissen darüber, dass ich diesen Mann eines Tages heiraten und er der Vater meiner Kinder sein würde.

Heute
Gedacht, gesagt, getan: im August 2015 kam unsere erste Tochter zur Welt. Im August 2016 heirateten wir. Und im August 2017 kam unser Sohn zur Welt. Wie mein Leben wohl ausgesehen hätte, wenn ich mich Stur an mein Vorhaben, keine Beziehung einzugehen, gehalten hätte?
Mit Sicherheit wäre es nicht mit so viel Leben und Liebe gefüllt. Das wäre es sicher nicht.

Heute bin ich dankbar für dieses wundervolle Jahr, in dem ich Moritz kennenlernen durfte. Dankbar für die vielen Erinnerungen, die wir gemeinsam machen durften. Dankbar für einen Mann an meiner Seite, der mir geholfen hat, stets an mir zu arbeiten, um ein besserer Mensch zu werden. Der immer an mich glaubt, selbst wenn ich es nicht tue. Ja Moritz, auch wenn ich es im Alltag nicht immer zeige, ich bin so dankbar für dich und all die letzten Jahre. Selbst für die schweren Zeiten bin ich heute dankbar, denn letztendlich haben sie uns dahin gebracht, wo wir heute sind. Sie haben mir gezeigt, dass auf dich immer Verlass ist. Dass wir gemeinsam alles meistern werden.
Keiner kennt mich besser als du es tust. Ja, manchmal weißt du sogar was in mir vorgeht oder was ich möchte, bevor ich es überhaupt weiß. Du bist spontan und immer für eine Überraschung zu haben. Und du bist aufopferungsvoll, so unglaublich aufopferungsvoll! Du stellst das meinige und das Wohl deiner Kinder immer, ja wirklich immer über das deine. Niemand würde jemals an dich und deine Qualitäten heran kommen. Mit niemand anderem würde ich Abends lieber schlafen gehen. Neben keinem anderen würde ich morgens aufstehen wollen. Mit niemandem sonst könnte ich so scherzen, wie mit dir. Bei niemandem könnte ich so sehr ich sein, wie mit dir.
Niemanden könnte ich so sehr lieben, wie dich und unsere Kinder.
Niemanden.

Nur du. Immer und immer wieder würde ich mich für dich und unser Leben entscheiden.
Immer.

Sechs Jahre als Paar. Zwei als Eltern und nun auch schon ein Jahr verheiratet.
Alles Gute zum ersten Hochzeitstag, Mori 

xxx, Wifey ♡ 



Old Town, Alexandria. Der Ort unseres ersten Treffens 








Kommentare:

  1. Wow. Dieser Eintrag ist so schön geschrieben. Gänsehaut pur.
    Ihr seid eine so tolle Familie und ich liebe es eure Instagrambeiträge und eure Blogs mir anzusehen. Ich wünsche euch alles Glück der Welt in der Zukunft.
    Viele Grüße
    Lea

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  2. Was für ein wunderschöner Blogpost liebe Bini ! :-) ich sende Dir ganz viele Bussis! :-*
    Deine Ivy <a3

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  3. Eure Geschichte kann ich so super gut nachfühlen, denn ich habe meinen Mann auch in einer Situation kennen gelernt, in der ich wirklich keine Beziehung wollte. Und trotzdem hab ich beim ersten Treffen zu meiner Freundin gesagt: "Scheiße, den heirate ich."
    Ich wünsche euch weiter alles Liebe und dass ihr auch in 70 Jahren noch so glücklich miteinander seid! :)
    Liebste Grüße,
    Jytte

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