♢ 11 Meilensteine nach dem Kaiserschnitt ♢♢ Was dir vorher keiner sagt ♢



Kaiserschnitte. Sie werden von vielen belächelt, weil sie als der einfachere Weg bei der Geburt gelten. Was dabei von allen völlig außer acht gelassen wird, ist die Zeit der Regeneration. Die Zeit nach dem Kaiserschnitt. 

Was, wenn man jemandem erzählt, dass die Kinder per Kaiserschnitt geboren wurden? Man fühlt sich oft belächelt, ich jedenfalls. Doch was, wenn man jemandem erzählt, dass man bei vollem Bewusstsein eine große Bauch-Operation hatte? Das klingt schon ein wenig dramatischer. Viele würden vermutlich staunen und einsehen, dass die Zeit nach einer solchen OP sicherlich nicht einfach ist. Letztendlich ist ein Kaiserschnitt nämlich genau das: eine große Bauch-OP bei vollem Bewusstsein. Die ersten Wochen nach dem Kaiserschnitt sind ziemlich schmerzhaft. Doch neben all den Schmerzen freut man sich doch immer wieder über gewisse Meilensteine, die man (wieder) erreicht hat.
Meine persönlichen Meilensteine, sind die folgenden: 

1.) Das erste Mal auf eigenen Beinen stehen 
Der wohl größte Meilenstein nach einem Kaiserschnitt. Endlich wieder stehen! Aber Moment, so einfach ist das nicht. Nach meinem ersten Kaiserschnitt stand ich auf, ging drei Schritte und wurde ohnmächtig. Kurz darauf wurde ich in meinem Bett wieder wach. 
Nach dem zweiten Kaiserschnitt lief es etwas besser. Das Krankenhaus schickte mir zwei Mitarbeiter aus der Physiotherapie. Bevor ich aufstehen sollte, machten wir Übungen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen. Dann folgte das Hinsetzten. Schon da merkte ich: mir wird schwarz vor Augen! Insgesamt habe ich 4 Anläufe gebraucht, bis ich wieder auf eigenen Beinen stand. 
Der Schmerz beim ersten Aufstehen ist wirklich einnehmend. Als würde jemand ein Messer in den Bauch rammen. Doch lasst euch gesagt sein: mit jedem Aufstehen wird es besser. Stunde um Stunde, Tag für Tag. 

2.) Der erste Gang 
Auf eigenen Beinen zu stehen ist das eine. Die ersten eigenen Schritte sind etwas ganz anderes. Eine aufrechte Haltung könnt ihr vorerst knicken, so war es jedenfalls bei mir. Jeder Gang, nein jeder Schritt schmerzt unglaublich im Bauchbereich. Doch auch hier gilt: mit jedem Mal wird's besser. Versprochen. Nach etwa zwei Wochen konnte ich wieder normal gehen. Und das wichtigste: ich konnte schmerzfrei gehen! 

3.) Pipi machen 
Beide Male flehte ich die Schwestern regelrecht an, den Katheter nicht zu ziehen. Ganz einfach weil es so schön war, nach der Schwangerschaft mal nicht auf die Toilette zu müssen und weil ich mich vor dem Gang zur Toilette fürchtete. Der Weg dahin war schon eine Qual und auch das Pinkeln ist nicht gerade angenehmer. Je leerer die Blase wird, desto mehr zieht sich das Gewebe an der Stelle der Narbe zusammen, was ziemlich unangenehm sein kann.

4.) Stuhlgang 
Dazu schreibe ich mal nicht besonders viel. Ist ja schließlich irgendwie selbsterklärend. Nur so viel sei gesagt: niemals werdet ihr stolzer auf euer 'Geschäft' sein, als nach diesem Mal.

5.) Euer Baby wickeln
Am ersten Tag des Kaiserschnitts ist man ans Bett gefesselt. Zum einen wirkt die PDA noch und zum anderen ist man einfach noch nicht fit genug, um auf eigenen Beinen zu stehen. Ist der Mann nicht in der Nähe, bleibt euch nur eine Wahl, wenn das Kind sich meldet und in seinem Bett liegt oder wenn ihr Hilfe braucht: ihr müsst eine Schwester darum bitten, euch zu helfen. Etwas, was ich ja gar nicht leiden kann. Umso mehr hat es mich gefreut, als ich endlich selbstständig in der Lage war, mein Kind zu wickeln oder generell zu umsorgen.

6.) Gewichte heben 
Wenn ihr die Abschlussuntersuchung habt, wird der Arzt/ die Ärztin euch darauf hinweisen, dass ihr nicht schwer heben dürft. Und glaubt mir, es liegt in eurem Interesse, diesen Ratschlag einzuhalten. Ansonsten kann es sich auch mal so anfühlen, als würdet ihr von innen zerreißen. Dennoch ist es im Alltag doch immer wieder sehr nervig und umständlich, wenn man nichts außer seinem Baby tragen darf. Mir wurde als Faustregel die folgende mit auf den Weg gegeben: nach jeder vergangener Woche nach dem KS, darf man wieder 1kg mehr heben.

7.) Keine Angst mehr vor dem (tobenden) Kleinkind haben zu müssen
In den ersten Tagen zu Hause, lebte ich in dauerhafter Angst. Ich hatte Angst davor, dass das Pauli-Kind sich -wie so oft- einfach auf mich stürzen würde, um zu spielen. Glücklicherweise konnte sie sich gut merken, dass die Mama "Aua am Bauch" hat, sodass sie bei mir nicht ganz so wild war, wie bei ihrem Papa. Dennoch war ich erleichtert, als ich feststellte, keine Angst mehr haben zu müssen.

8.) Ausflüge ohne Beschwerden 
Je nachdem wie schnell man wieder einen Ausflug macht, sieht man Frau den Kaiserschnitt an ihrer Art des Gehens an. Ich ging jedenfalls ziemlich gebeugt und langsam. Ein erster Ausflug ohne einen solchen Gang und ohne Beschwerden ist einfach unheimlich befreiend!

9.) Sex 
Bei der Entlassung wurde mir gesagt, ich dürfe 8 Wochen keinen Sex haben. Daran halte ich mich auch, doch es gibt natürlich Wege und Möglichkeiten. Und dennoch: ich freue mich darauf, wenn diese 8 Wochen vorbei sind.

10.) Bauchmuskeln 
Selbst wenn ihr schon vor dem KS dachtet, dass ihr keine Bauchmuskeln haben würdet, wird euch nach einem Kaiserschnitt erst richtig bewusst, was es heißt, keine Bauchmuskeln zu haben. Aus dem Liegen hochzukommen ist da gar nicht mal so einfach. Also freut man sich wie ein kleines Kind darüber, wenn man merkt, dass die Bauchmuskeln endlich wieder da sind.

11.) Normalität 
Irgendwann, ihr werdet den Zeitpunkt gar nicht so recht wahrnehmen, da kehrt Normalität ein, die euch erst später bewusst wird. Alles nimmt seinen gewohnter Lauf, ihr seid wieder fit & mobil und habt keine Beschwerden mehr, die euch an den Kaiserschnitt erinnern.
Endlich kann man zu einem gewissen Teil mit dem Kaiserschnitt abschließen. Endlich herrscht wieder Normalität.

Die oben genannten Meilensteine sind natürlich total subjektiver Natur und zeugen von meinen Erfahrungen. Deswegen würde mich an dieser Stelle interessieren, was eure persönlichen Meilensteine nach der Geburt waren (ganz gleich ob KS oder spontan)!

xxx, B.







1 Kommentar:

  1. Ich stimme dir in allen Punkten zu. Ich hatte bei meiner Zwillings-Schwangerschaft auch einen Kaiserschnitt und muss sagen, dass ist nicht Ohne. Zu der Zeit war ich noch leicht erkältet, bei jedem Husten oder Niesen hatte man das Gefühl, es würde einen den Unterleib wegreissen. LG Romy

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