♢ Von Babys und Neuanfängen ♢♢ Das Gefühlschaos einer Schwangeren ♢


In den letzten Tagen bin ich sehr in mich gekehrt. Ich denke viel über die Vergangenheit und die Zukunft nach. Darüber was sich hier in den letzten zwei Jahren so getan hat und was sich künftig tun wird. Ich denke über die vielen Veränderungen nach, die die Elternschaft mit sich brachte und mit sich bringen wird. 

Von Neuanfängen und Verabschiedungen 
Nicht mehr lange dann sind wir zu viert. Was das bedeutet, wird mir erst jetzt so richtig bewusst. Es bedeutet, dass sich wieder alles ändern wird. Dass wir wieder von vorne anfangen. Wir müssen uns als Familie erst einmal zusammenfinden. Ja mit einem jeden Kind beginnt auch ein neuer Lebensabschnitt, ein neues Leben, wie ich finde. Mit jedem Neubeginn geht jedoch auch ein Abschied einher. Und genau das stimmt mich zur Zeit ein wenig traurig. 

Schon damals bei Pauline freute ich mich auf das Abenteuer Familie. Schon damals konnte ich es nicht erwarten, Mutter zu sein. Als sie dann da war, war diese neue Erfahrung überwältigend. Einfach atemberaubend. Aber zugleich realisierte ich erst nach ihrer Ankunft, dass ich mich von meinem Leben, wie ich es vorher kannte, verabschieden musste. Niemals würde ich das Muttersein gegen mein früheres Leben eintauschen. Niemals würde ich mein Kind, gegen das was mal war, eintauschen. Doch ich erinnere mich zu gut daran, dass ich sehr lange mit dem 'Lebewohl meines alten Lebens' zu kämpfen hatte. 
Nun ist die Vorfreude auf den kleinen Mann natürlich riesig. Genau so haben wir es uns immer vorgestellt: zwei Kinder, ein Mädchen und einen Jungen, mit einem Altersabstand von zwei Jahren. Doch für uns alle beginnt mit klein M. auch ein komplett neues Leben. Nachdem wir in den letzten zwei Jahren ein eingespieltes dreier Gespann geworden sind, wird der kleine Mann das alles ziemlich auf den Kopf stellen. Wir müssen uns alle erst einmal kennenlernen, jeder muss in seine neue Rolle hineinwachsen- allen voran Pauline. 

Ich denke, dass sie eine ganz wunderbare große Schwester wird. Sie ist schon jetzt ganz aufgeregt und spricht täglich von ihrem kleinen Bruder. Doch welch Veränderung da auf sie zukommt, das ahnt sie nicht. Mamas und Papas Aufmerksamkeit wird sie schon ganz bald teilen müssen und ich bin (an)gespannt, wie sie damit umgehen wird. Denn bisher war sie unser Mittelpunkt. Unser Sonnenschein. Ihr gehörte all unsere Liebe, all unsere Geduld, all unsere Aufmerksamkeit. 
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Geschwister eine Bereicherung sind- auch für mein Kind bzw. für meine Kinder. Ich bin unendlich dankbar dafür, dass wir so schnell das Glück einer zweiten Schwangerschaft erleben durften und Pauline bald Schwester wird. Und dennoch bleibt da ein wenig Wehmut und Traurigkeit über das Lebewohl. Denn wir waren gerade an einem Punkt angekommen, an dem es sowas wie einen Alltag gab. An einem Punkt, der uns Struktur und Halt gegeben hat. Für Außenstehende mag es dem zweiten Kind gegenüber unfair klingen, wenn man sagt, dass man traurig ist. Aber so ist das nicht gemeint. Ich denke, dass es ein ganz normaler Prozess ist: sich auf das Neue zu freuen und gleichzeitig dem Alten hinterher zu trauern. So ging es mir schon damals, als ich nach Amerika aufbrach, um neue Lebenserfahrungen zu machen. Das Lebewohl war nicht einfach und doch erwartete mich etwas so viel besseres. Ein unglaubliches Jahr, super Freunde und nicht zuletzt Moritz. Mein Mann, mein Freund, der Vater meiner Kinder. Dann kam Pauline und stellte unser Leben komplett auf den Kopf, doch auch sie machte das Leben noch schöner. Und so wird es auch mit dem kleinen Mann sein. Er wird das Leben noch schöner und bunter machen, als ohnehin schon. 

Partnerschaft 
Kinder üben natürlich auch einen Einfluss auf die Partnerschaft aus. Man ist nicht nur Freund und Freundin oder Mann und Frau, sondern primär Mama und Papa. Anstatt nur Augen füreinander zu haben, lässt man die Augen nicht mehr vom gemeinsamen Kinde ab. Nachdem Pauline geboren war, haben wir lange gebraucht, um einen glücklichen Weg für unsere Partnerschaft zu finden. Es war nicht immer leicht, ja sogar öfter schwer als schön, doch wir haben es geschafft, ein Paar zu bleiben. Mit einem zweiten Kind wird die Beziehung mit Sicherheit erneut auf die Probe gestellt. Auch hier erwartet uns ein Neuanfang. Doch ich bin mir sicher, dass wir aus den gemachten Erfahrungen gelernt haben und uns das für das zweite Babyjahr zu Herzen nehmen werden. 


Wir freuen uns wie verrückt auf dieses zweite Kind. Denn schon Pauline hat uns gezeigt, welche Bereicherung ein Kind im Leben von Eltern darstellt. Kaum zu glauben, dass da bald noch ein Kind ist, dass uns so viel reicher macht. Dass noch mehr Leben in unsere vier Wände bringt. Noch mehr Erinnerungen schafft. Uns noch mehr lieben lässt. Ja, wir können es kaum erwarten, endlich zu viert zu sein und diesen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. 
Doch bis es soweit ist, genieße ich die letzten Tage unseres alten Lebens. Unserer Dreisamkeit. Denn sie war so unglaublich schön und prägend. 

xxx, B. 



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