♢ Ängste, Sorgen und Wünsche♢♢ Mein Gedanken-Wirrwarr zur Geburt ♢


Sobald eine Frau schwanger ist, beschäftigt sie sich auch zwangsläufig mit dem Thema Geburt - ganz einfach, weil kein Weg daran vorbei führt. Ob man will oder nicht, die Geburt ist ein Teil der Schwangerschaft. Während ich mich bei meiner ersten Schwangerschaft wie wild mit dem Thema Geburt auseinandergesetzt habe, ertappe ich mich nun dabei, wie ich mich so gut wie gar nicht damit auseinandersetzte. Das hat so seine Gründe. 

Die erste Schwangerschaft
Die erste Schwangerschaft war unglaublich aufregend. Alles war so neu, so spannend und ich war so voller Hoffnung auf eine natürliche Geburt. Nein, ich war mir ganz sicher, dass ich mein Kind spontan gebären würde. Ich wollte alles zum Thema Geburt wissen und las mich so durch viele viele Bücher, googelte wie verrückt, sprach mit anderen über das Thema Geburt und tauschte mich auch auf Instagram darüber aus. Moritz und ich machten einen gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs, der einmal wöchentlich für 8 Wochen stattfand. Wir erfuhren so vieles rund um das Thema Geburt und Wochenbett, dass ich mich gut vorbereitet fühlte. Alles in mir bereitet sich auf eine Geburt vor und jedes mögliche Szenario - nur nicht auf einen Kaiserschnitt. Ich informierte mich sogar über einzelne Positionen, in denen man gut gebären könne und machte einen Hepatitis A test, damit ich im Fall der Fälle auch in der Wanne gebären dürfte. Denn das war meine eigentliche Wunschvorstellung: eine Wassergeburt. 

Es kommt immer anders, als man denkt
Wochen für Woche verging und die kleine PauPau machte keinerlei Anstalten sich in die richtige Geburtsposition zu drehen. Stattdessen lag sie mit dem Köpfchen nach oben und zeigte uns schon da, dass sie sehr wohl ihren eigenen Willen hat und was uns mit ihr erwarten würde. Wir bangten und hofften, dass sie sich endlich drehen würde, doch die Ärzte nahmen mir die Hoffnung: ich hatte zu wenig Fruchtwasser, als das sie sich drehen könnte. Lange Rede, kurzer Sinn: am Ende wurde es ein Kaiserschnitt. Obwohl ich Zeit hatte, mich auf einen Kaiserschnitt einzustellen, war ich am Ende zutiefst erschüttert und enttäuscht. Mein Gefühl sagte mir, dass ich versagt hatte. Dass ich es nicht einmal hinbekommen hätte, das natürlichste der Welt zu vollbringen. Ein Kind zu gebären.
Diese Enttäuschung prägt meine zweite Schwangerschaft maßgeblich. Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht viel Einfluss auf gewisse Umstände haben kann. Ich kann weder die Geburtsposition, noch die Position der Plazenta beeinflussen. Ich kann nicht wissen, ob es unter der Geburt Komplikationen geben wird oder nicht. Und genau so wenig kann ich wissen, ob es eine natürliche Geburt oder wieder ein Kaiserschnitt wird. Ich wünsche mir natürlich auch dieses Mal eine natürliche Geburt, ohne viel Interventionen. Ich wünsche mir, dass es kein Kaiserschnitt wird und ich endlich die Erfahrung machen darf, die mir beim letzten Mal so sehr gefehlt hat. Ich hoffe, dass ich die seelischen Wunden des Kaiserschnitts mit der zweiten Geburt heilen kann. 
Für die zweite Geburt habe ich mir deswegen folgendes vorgenommen: nämlich fast gar nichts. Ich möchte mich nicht verrückt googeln. Ich möchte meine Ängste nicht durch zu viel unnützes Wissen und Gruselgeschichten anderer Geburten schüren. Ich möchte mir nicht zu große Hoffnungen machen, dass dies meine Traumgeburt wird, da dann das Potential für Enttäuschungen einfach zu groß wäre. Und außerdem weiß ich: es muss keine Traumgeburt werden. Die Geburt ist Mittel zum Zweck, um unsere Kinder endlich sicher in den Armen zu halten. Meine erste Geburt und mein erstes Kind haben mich nämlich auch gelehrt, dass trotzdem alles gut wird- egal wie die Geburt war. Mein Kind ist dadurch nicht weniger wundervoll und auch unser Familienglück wird dadurch nicht beeinträchtigt. 
Trotz dieser Gedanken bekomme ich manchmal ein schlechtes Gewissen, denn ich sehe bei so vielen anderen Schwangeren, wie intensiv sie sich mit der Geburt auseinandersetzten. Sie legen Wert auf eine selbstbestimmte Geburt, planen Hausgeburten oder bereiten sich sportlich schon einmal auf die Geburt vor. Viele der Gedanken, die sie sich machen, kann ich absolut nachvollziehen. In vielen Punkten stimme mit ihnen überein und dennoch ist in mir diese Blockade. Der innere Schweinehund, der mir sagt, dass ich mir nicht zu viele Gedanken machen sollte. Dass ich alles auf mich zukommen lassen sollte und auf meinen Körper vertraue- ganz intuitiv, ohne Ratschläge und vermeintlich schlaue Bücher.

Ich weiß, dass das alles sehr pessimistisch klingt, doch so ist das alles gar nicht gemeint. Es ist einfach eine Art Selbstschutz, indem ich mir selbst den Druck nehme und alles auf mich zukommen lasse. 

Das einzige, was ich mir immer versuche bewusst zu machen, ist, dass die Angst vor der Geburt fehl am Platz ist. Ja, ich weiß, dass die Angst dazu führen kann, dass man sich vor dem Geschehen verschließt und man sich nicht gänzlich darauf einlassen kann und das möchte ich nicht. Ich verspüre natürlich Respekt vor dem bevorstehenden Ereignis, doch die Angst will ich nicht zulassen. Viel mehr konzentriere ich mich auf den langersehnten Moment, mein Kind, unseren Sohn endlich in den Armen zu halten. 
Endlich diesen Menschen kennenzulernen, den ich jetzt schon so sehr liebe. Ganz gleich, wie er zur Welt kommen wird, diesen Moment wird mir keiner nehmen können! 

xxx, B. 




Kommentare:

  1. Ich finde es gut wie du denkst! Ich arbeite selber beim Frauenarzt und habe täglich mit Frauen zu tun die vor so einer Entscheidung stehen und auch viel im Internet nachlesen.
    Ich finde es gut, dass du es bei deiner zweiten Geburt so entscheidest 🙂
    Ich glaube an dich! Du schaffst das

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    1. Liebe Sonja,
      danke Dir für die lieben Worte! Das Internet verunsichert mit vielen Aussagen und Behauptungen, sodass man dort wirklich aufpassen sollte, wonach man googelt.
      Ich fühle mich mit meinem jetzigen Wege wohl und bin mir sicher, dass alles gut gehen wird.

      Sei ganz lieb gegrüßt!

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  2. Du machst das genau richtig. Jede Geburt, jede Schwangerschaft ist ohnehin anders und in vielen Fällen, ist mir aufgefallen, führt Zuviel Wissen zu vielen vielen Unsicherheiten und zu hohen Erwartungen! Ja, ich glaube jede Frau wünscht sich diese perfekte Geburt mit Selbstbestimmung und einer super Hebamme. Aber letztendlich zählt doch das es dem Baby gut geht, dass Mutter und Kind gesund sind! Jedes Baby hat das Recht mit seiner eigenen Geburtsgeschichte auf die Welt zu kommen und von Herzen wünsche ich dir wirklich viel Frieden und Kraft! Für die letzten Wochen und die Geburt!

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    1. Liebe Sarah,
      da hast du so passende Worte gefunden! Tausend Dank dafür! <3

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