♢ Vom unruhigen Schlafmonster zur durchschlafenden Schlafprinzessin ♢♢ Die Sache mit dem Durchschlafen ♢


Ach was war ich oft verzweifelt, weil Pauline eine solch schlechte Schläferin war. Beinahe stündlich wurde sie wach und forderte unsere, aber insbesondere meine Nähe. Und so gern ich ihr diese Nähe auch gab, so anstrengend und frustrierend war es in vielen vielen Nächten. Ich wollte nur eines: erholsamen Schlaf. Ohne jemanden an der Brust, ohne ständige Unterbrechungen und mit viel Bewegungsfreiheit. 

Das Schlafverhalten

Das Schlafverhalten des Pauli-Kindes zu beschreiben war immer etwas schwer, da es ständig wechselte. Nie gab es Beständigkeit in ihrem Schlafverhalten, jede Woche gab es ein neues Problem oder eine neue Angewohnheit. Jede Woche mussten wir uns auf etwas neues einstellen und herausfinden, wie sie am besten Schlafen konnte. 
Als Pauline noch ein Neugeborenes war, stellte ich schnell fest, dass sie in ihrem eigenen Bett nicht gut schläft. Sie wollte in meiner Nähe sein, am liebsten auf meinem Bauch schlafen. Wir ließen es zu und betrieben fortan das Familienbett. Von klein auf schlief Pauline zwischen uns, wohlig in der Mitte zwischen Mama und Papa. 
Trotz der Nähe wurde sie oft wach und forderte die Brust und damit meine Nerven. Um immerhin ein wenig Schlaf zu bekommen, gab ich nach und ließ sie nuckeln. Das führte letztendlich dazu, dass ich jeden Abend um 20 Uhr mit ihr zu Bett ging und keinerlei Zeit für mich haben konnte, da das Kind ansonsten alle 10 Minuten wach wurde. Vor allem zu Prüfungszeiten war diese Phase unglaublich belastend für mich. 
Deswegen versuchten wir sie irgendwann bei uns im Bett einschlafen zu lassen und sie dann in ihr Bettchen zu legen. Vergebens. Sie merkte es sofort und ließ uns lauthals spüren, was sie davon hielt. 
Dennoch gaben wir nicht auf. Wir warteten auf eine Veränderung in ihrem Verhalten und versuchten es immer und immer wieder. Irgendwann dann, ich schätze Pauline war etwa 1 Jahr alt, klappte es plötzlich. Wir konnten sie in ihrem Bett ablegen. Doch meist schlief sie darin nur eine Stunde und forderte dann wieder das Familienbett ein. So ging das ziemlich lange.. wir steigerten uns von Monat zu Monat. Als Pauline mit 16 Monaten abgestillt wurde, schlief sie die erste Hälfte der Nacht in ihrem Bett und die zweite Hälfte in unserem. Dabei stand ihr Bettchen stets in unserem Zimmer, sodass ich schnell handeln konnte, wenn sie wach wurde. 
In den Nächten wurde sie dennoch oft wach und brauchte teilweise etwa eine Stunde, um wieder einzuschlafen. Oft ging diese Wachphase mit heftigem Geschrei einher. Die armen Nachbarn! Wir versuchten geduldig zu sein. Oft gelang uns das sehr gut, vor allem deswegen, weil wir zu zweit waren und uns immer dann abwechselten, wenn der andere einfach nicht mehr weiter wusste. Aber es gab durchaus Nächte in denen einfach nur noch dicke Luft herrschte. Nächte, in denen wir keine Energie mehr hatten und einfach hofften, dass der Spuk bald ein Ende haben würde. 

Der Turn - unser Kind schläft durch! 
Ich weiß noch, wie oft ich verzweifelt war. Wie oft mir der Schlaf gefehlt hat und ich mir wünschte, dass mein Kind endlich in ihrem Bett durchschlafen würde. Wie oft ich völlig aufgelöst im Bett saß, weinte und mein Kind anflehte zu schlafen. Ich ließ mich von Freunden trösten, die immer sagten, dass der Tag eines Tages kommen würde. Nur wann? 
Tja, manchmal geht es ziemlich schnell, wie ich feststellen musste. Anfang Mai flogen wir in den Urlaub und zu unserem erstaunen schlief das Kindchen durch. Ohne Vorwarnung, einfach so, von 20 Uhr bis 7.30 Uhr. Ich war einfach nur baff und genoss den vielen Schlaf. Doch ebenso machte ich mir keine großen Hoffnungen, dass es Daheim genau so sein würde. Im Urlaub war sie schließlich vielen neuen Eindrücken, der spanischen Sonne und super viel Bewegung ausgesetzt. Das würde alles seinen Teil zum Durchschlafen beitragen, dachte ich mir. Zu Hause angekommen, änderte sich jedoch nicht viel. Wir legten sie also zum Schlafen immer in ihr Bett und zu unserer Überraschung schlief sie dort bis etwa 5 oder 6 Uhr morgens und kam dann in unser Bett, um es sich zwischen uns nochmal gemütlich zu machen und bis 7 zu schlafen. Normalerweise war das erneute Einschlafen ein regelrechter Kampf, doch plötzlich drehte sie sich einfach um und schlief.
So lange hatte ich Angst davor, wie der Schlaf mit zwei Kindern ab August aussehen würde. Doch so langsam kann ich tatsächlich aufatmen. Pauline schläft lange, sie schläft durch und sie schläft ziemlich gerne. Natürlich wird es auch wieder andere Phasen geben, doch ich denke, dass der wichtigste Meilenstein gelegt wurde. Am vergangenen Wochenende hat sie dann ihr eigenes Schlafzimmer mit einem neuen Bett bekommen. Sie hat sich so unglaublich doll über ihr neues Zimmer und vor allem über ihr neues, nun großes Bett gefreut, dass ich mein Kind kaum erkannte. War sie sonst nicht immer total auf unser Bett und uns Eltern fixiert? Seitdem schläft sie nun in ihrem Zimmer, das erste Mal räumlich getrennt von Moritz und mir.

Und wie geht es der Mama nun mit der neuen Situation? 
Ich dachte immer, dass ich Luftsprünge machen würde, wenn ich wieder ungestört schlafen kann. Es war ja schon fast wie ein Traum, den ich niemals erreichen würde. Doch nun, da Pauline tatsächlich in ihrem Bett schläft, in ihrem eigenen Zimmer, vermisse ich sie. Ich vermisse ihre Nähe. Ihre rhythmische Atmung, die mich entspannen ließ. Ich vermisse es, sie mit einer Umdrehung sehen zu können. Doch ich freue mich natürlich auch darüber, dass wir sie ganz ohne Zwang und ohne Druck an ihr Bett gewöhnen konnten. Ich freue mich darüber, dass Pauline Fortschritte und einen Schritt in Richtung Selbstständigkeit macht. Wisst ihr, mit den Fortschritten ist das so eine Sache.. zum einen lassen sie uns vor Stolz platzen und zum anderen machen sie uns traurig. Traurig, weil sich das Kind immer weiter von uns weg bewegt und eigenständiger wird. Jede Medaille hat eben zwei Seiten. Niemals würde ich sie in diesen Fortschritten behindern, nur meines Egoismus wegen. Nein, nein, das kommt nicht in Frage. Sollte sie unsere Nähe wieder einfordern, darf sie natürlich auch wieder bei uns schlafen. Vor allem wenn die Zähne wieder Probleme machen werden oder eine Erkältung in Anmarsch ist, wird sie diese Nähe fordern. Und das ist auch mehr als in Ordnung.

Pro Familienbett! 
Obwohl ich in diesem Post oft beklagt habe, wie anstrengend unsere Nächte waren, so bin ich dennoch ein absoluter Befürworter des Familienbetts. Natürlich nur, wenn das Kind dieses auch fordert und zulässt. Man sollte aus egoistischen Gründen nicht die Bedürfnisse des Kindes übergehen. Und wenn ein Kind diese Nähe der Eltern so sehr einfordert, so sollte man sie dem Kind auch geben. Mir wurde von einer Hebamme schon in meiner Schwangerschaft gesagt, dass man ein Kind mit Nähe und Liebe nicht verwöhnen könne. Das nahm ich mir zu Herzen. Danach lebten und leben wir. So oft musste ich mir insbesondere aus der Familie anhören, dass ich das Kind verwöhnen würde. Dass sie nie alleine schlafen würde. Dass das nicht gut für das Kind sein. Ja und heute kann ich die Nase ein wenig höher tragen. Denn trotz der Nähe, die wir immer zuließen, schläft sie in ihrem Bett. In ihrem Zimmer. Ganz ohne Probleme. Sie wurde nie durch Schlaflernprogramme traumatisiert. Musste nie alleine in ihrem Zimmer sein und weinen.  Nein, das kam für uns einfach nicht in Frage, egal wie groß die Anstrengung auch gewesen sein mag.

Das Ganze hat mich auf jeden Fall folgendes gelehrt: für Kinder braucht man Zeit und Geduld mit viel Liebe, Nähe und Verständnis. Die nächste Baustelle ist das Thema "Essen", doch auch dort werden wir es ähnlich handhaben. Wir werden sie zu nichts zwingen, kein negatives Erlebnis daraus machen. Wir müssen unsere Kinder nicht auf biegen und brechen zu dem kriegen, was wir als selbstverständlich annehmen. Wir müssen ihnen auf Augenhöhe begegnen und ihnen die Zeit geben, die sie brauchen. Und irgendwann, ja irgendwann da klappt es dann einfach - wie mit dem Durchschlafen.

xxx, B.

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