♢ Meine schlimme Erfahrung mit dem Kaiserschnitt ♢♢ Über Geburten, Vorurteile und mütterliche Qualitäten ♢


Kaiserschnitt Mütter müssen mit vielen Vorurteilen leben. Während die meisten Mütter den Kaiserschnitt am liebsten umgangen wären und im Anschluss lange mit der Heilung und dem Gefühl des eigenen Versagens zu kämpfen haben, gibt es Mütter die sich tatsächlich anmaßen über die Geburt einer Kaiserschnitt Mutter zu urteilen. Die sich anmaßen, dieser Mutter verletzende Worte entgegen zu bringen und sich selbst erhabener fühlen. Erhabener, weil sie eine natürliche Geburt erlebt haben. 
Doch was sagt eine Geburt über mütterliche Qualitäten aus? 

Die Zahl der Kaiserschnitte steigt stetig. Mir ist durchaus bewusst, dass man dies kritisch betrachten sollte/kann, doch heute möchte ich den Fokus nicht auf Statistiken legen, nein. Heute liegt der Fokus bei den Kaiserschnitt Müttern. Diejenigen, die auf dem kalten, sterilen OP Tisch liegen und den Kaiserschnitt über sich ergehen lassen. 
Ich spreche natürlich aus Erfahrung, sodass bei den folgenden Zeilen bedacht werden muss, dass ich selbstverständlich meine subjektiven Erfahrungen und Meinungen ausspreche. Jede Geburt, sei sie natürlich oder per Kaiserschnitt, ist einzigartig und nicht 1:1 vergleichbar. Und doch sind da Ängste, die wohl fast jede Mutter bei einer Geburt begleiten. Auch bei einem Kaiserschnitt. 

Während die meisten denken, dass man mit der Entscheidung für einen Kaiserschnitt den leichteren Weg geht, bricht für viele Mütter eine Welt zusammen. So auch für mich, als ich diese Gewissheit hatte. Sofort überkam mich das Gefühl, versagt zu haben. Schon jetzt, so dachte ich, würde ich der Mutterrolle nicht gerecht werden. 
Zudem machten sich Ängste breit. Das eine natürliche Geburt vermutlich mit sehr starken Schmerzen einhergeht, war mir bewusst. Dennoch wollte ich diese Erfahrung machen, vor allem aus dem Grund, weil mir schon zu Anfang meiner Schwangerschaft viele keine natürliche Geburt zutrauten. Ich sei zu schwach, zu ängstlich, zu empfindlich. Nun würde ich all diesen Menschen recht geben müssen. 
Doch ein Kaiserschnitt ist ebenfalls nicht ohne. Wer denkt, dass das eine bequeme und schmerzlose Sache ist, dort auf dem OP Tisch zu liegen, aufgeschnitten und aufgerissen zu werden, der irrt sich. Aber sowas von! Ich hatte vorab so viel Angst. Diese Angst lässt sich nicht in Worte fassen, doch der Gedanke an eine große Bauchoperation ließ mir einen Schauer über den Rücken laufen. Denn genau das ist es, was ein Kaiserschnitt ist. Keine gemütliche, easy peasy Geburt, sondern eine Bauchoperation bei vollem Bewusstsein. Im Vergleich dazu erschien mir eine natürliche Geburt eben natürlich. Und sicher hätte ich auch davor Respekt gehabt, doch es wäre wohl viel mehr eine große Aufregung, als Angst gewesen. 

Der Kaiserschnitt
Schon bei der Vorbereitung ist man ganz alleine. Wehrlos, entblösst und verletzlich. In solch einem Zustand begegnet man dann einem OP Team, dass sich, während man völlig aufgelöst und verängstigt da liegt, über die Pläne des bevorstehenden Wochenendes unterhaltet. Fairerweise muss ich sagen, dass alle im OP bemüht waren, mir Mut zuzusprechen und versuchten, mich zum Lachen zu bringen. Hat nicht so gut geklappt, würde ich sagen. Also lag ich da, auf dem kalten Tisch, und war mit meinen Gedanken, mit meiner Angst völlig alleine. Meine Arm weit von mir gerissen und ab dem Bauch abwärts nackt. 
Auch während des Kaiserschnitts wurde es nicht besser. Ich spürte, wie das Messer über meine Haut fuhr und ich Schicht für Schicht aufgeschnitten wurde. Dann wurde ich aufgerissen. Der Tisch rüttelte und ich stöhnte und schrie vor Schmerzen. Ich fing an zu weinen und zu brechen. Dann wurde das rütteln noch intensiver. Überall wurde ich festgehalten, während zwei Ärzte mein Kind aus mir heraus holten. Zwei Tage später entdeckte ich überall an meinem Körper Hämatome, die davon zeugten, wie mechanisch ein solcher Kaiserschnitt ist. 
Eine natürliche Geburt wird ebenfalls kein leichter Gang sein. Doch ich denke, was diesen Frauen enorm hilft, ist die Ausschüttung vieler, vieler Hormone. Man mag Schmerzen empfinden, aber man hat während der Geburt keinen klaren Kopf, um sich über alle Konsequenzen und Schmerzen Gedanken zu machen. Der Körper tut eben, was er tun muss.
Nach dem Kaiserschnitt kam schnell die Ernüchterung: ich kann mich nicht um meine Tochter kümmern. Ich war auf die Hilfe des Krankenhauspersonals und meinen Freund angewiesen. Jedesmal musste mir jemand das Kind bringen, damit ich sie stillen konnte. Wickeln war für mich in den ersten Tagen undenkbar. Also behielt ich mein Kind die meiste Zeit auf dem Arm, um immerhin das Gefühl zu haben, ihr irgendetwas bieten zu können. 
Die Wochen nach dem Kaiserschnitt waren jedoch das Schlimmste. Als ich erstmal versuchte aufzustehen, um auf die Toilette zu gehen, zog sich alles in mir zusammen vor Schmerzen. Es fühlte sich an, als hätte mir jemand ein Messer in den Bauch gerammt, nur ohne Betäubung. Ich kippte um vor Schmerzen und musste von mehreren Schwestern wieder ins Bett gebracht werden. Als ich dann irgendwann gehen konnte, war der Schmerz natürlich weiterhin ein stetiger Begleiter. Auf der Toilette musste ich quasi erstmal wieder lernen zu urinieren und zu.. ihr wisst schon. Ich hatte keinerlei Muskeln mehr. Wochenlang ging ich gebeugt, wie eine alte Frau. Ich konnte nichts tragen und emotional nichts mehr ertragen. 

Der Schmerz
Rückblickend weiß ich, dass es nicht der physische Schmerz war, der den Kaiserschnitt für mich zu einem solchen schlimmen Erlebnis gemacht hat. Es war der psychische Schmerz. Der Schmerz, der monatelang nicht von meiner Seite gewichen ist. Der Schmerz, der mich gelähmt hat. Der Schmerz, der mich hat denken lassen, dass ich versagt hätte. Der Schmerz, der mir das Gefühl gab, eine schlechte Mutter zu sein. 
Eine wirklich lange Zeit definierte ich mich als Mutter darüber, dass mein Kind per Kaiserschnitt zur Welt kam. Dass ich es nicht geschafft hatte, sie selbst zu gebären. Dass ich versagt hatte. Die Gedanken übertrugen sich auf mein Verhalten. Sobald Moritz mir Mut zusprach und versuchte mir deutlich zu machen, dass wir ein gesundes Kind haben und nur das wichtig sei, listete ich ihm Argumente auf, weshalb ich versagt hatte. Es ging sogar so weit, dass ich mich vor ihm nicht mehr ausziehen wollte, da er dann ja auch meine Narbe gesehen hätte, die für mich das Versagen symbolisierte. 
Ja, der psychische Schmerz saß tief und hat das Geburtserlebnis, welches ja eigentlich ein schönes sein sollte, komplett überschattet. Doch nicht nur das, dieser Schmerz nahm mich ein. 
Es machte es nicht einfacher, wenn dahergelaufene Leute dumme Sprüche zum Thema Kaiserschnitt gemacht haben, ohne selbst jemals eine solche Erfahrung gemacht zu haben. Für sie mag es ein Thema sein, über das sie mal eben locker flockig urteilten, doch für mich war es zu dem damaligen Zeitpunkt einnehmend, prägend und verletzend. 

Wisst ihr, die meisten Frauen entscheiden sich nicht für einen Kaiserschnitt, weil es der einfachere Weg ist. Frauen die sich für einen Kaiserschnitt entscheiden, haben sich viele Gedanken darüber gemacht, was das Beste für ihr Kind sein würde und handeln letztendlich immer nur im Sinne des Kindes. Weil sie das Beste für das Kind wollen. Auch ich wollte kein Risiko eingehen. Niemals würde ich ein schönes Geburtserlebnis über die Gesundheit meines Kindes stellen. Dann lebe ich lieber mit den physischen und psychischen Schmerzen. Einige Frauen haben gar nicht die Wahl, sich zu entscheiden. Da muss es ein Kaiserschnitt sein, um das Leben von Kind und Frau zu retten. Und was können wir dankbar sein, in einem Land und einer Zeit zu leben, in der solch ein medizinischer Eingriff möglich ist. 

Die Gründe für einen Kaiserschnitt mögen wirklich vielseitig sein. Beckenendlage des Kindes, Geburtsstillstand, eine Plazenta praevia oder die Sauerstoffunterversorgung des Kindes. In allen Fällen wird für das Wohl des Kindes entschieden und nicht für den Weg mit dem geringsten Widerstand.

Und wisst ihr noch was? Eine Geburt sagt nichts über die Qualitäten einer Mutter aus. Rein gar nichts! Denn schon bei der Geburt wollen wir nur das Beste für unsere kleinen Wunder. Wir wollen, dass sie gesund zu Welt kommen, nur das zählt. 
Manchmal denke ich, dass der Geburt zu viel Wichtigkeit zugesprochen wird. Viel mehr dem Geburtserlebnis. Natürlich ist eine schöne Geburt wünschenswert, auch für mich. Doch sie muss es eben nicht sein. Die Geburt ist das Mittel zum Zweck. Sie dient lediglich der Ankunft unserer Kinder auf dieser Welt, in unseren Armen. Wenn wir dabei nicht so schöne Erfahrungen gemacht haben, ist das zwar schade, aber eben vollkommen in Ordnung. Wir können nicht alle eine Traumgeburt erleben. 

Heute weiß ich, dass ich ein gesundes, kleines Mädchen habe, welches munter durch die Gegend läuft und ihren ganz eigenen Kopf hat. Heute weiß ich auch, dass ich ihr eine gute Mutter bin- egal wie sie zur Welt kam. Und ich weiß, dass der Kaiserschnitt mich geprägt hat. Ich habe vieles gelernt. Über mich, über das Leben und über das Kinderkriegen. Ich bin emotional gewachsen. 

Was bleibt, ist eine Narbe, die mich an all das erinnert. Ich finde sie nicht schön, doch ich habe gelernt sie zu akzeptieren. So ist das mit dem Leben. Uns wird nicht alles im Leben gefallen, doch wir müssen lernen, damit umzugehen. Dinge zu akzeptieren und das Beste aus ihnen zu machen. Nur so stehen wir unserem Glück nicht selbst im Weg. 

xxx, B.



Kommentare:

  1. Sehr schön geschrieben. Kurze Frage, war es bei dir ein geplanter Kaiserschnitt? Ich hatte 2 Kaiserschnitte. Der erste war für mich sehr schlimm und ich hatte auch lange dieses Versagen-Gefühl. Mein erster Kaiserschnitt war nicht geplant, aber er rettete unser beider Leben. Ich hatte lange damit zu kämpfen und dachte immer ich hatte die schlimmste Geburt auf der ganzen Welt. Aber so war es nicht. Ich habe irgendwann, wie du auch, das positive darin gesehen, wir haben es überlebt und sind beide gesund und das ist das wichtigste. Für meinen 2. Kaiserschnitt habe ich mich ganz bewusst entschieden, ich hatte Angst das alles nochmal erleben zu müssen, was soll ich sagen, es war so schön, ich hatte keine Schmerzen, war nicht völlig angekämpft von einer vorangegangenen normalen Geburt und war vorbereitet, weil ich ja ungefähr wusste was auf mich zukommt. Das OP-Team war so freundlich und lieb. Es war einfach nur toll. Als ich sie sah war sofort DAS Geburtsgefühl da, was alle immer beschreiben. Ich könnte jetzt noch stundenlang schreiben. Alles in allem war der 2. Kaiserschnitt für mich einen wunderschöne Geburt, ich habe mich wohl gefühlt, war mit mir im Reinen und es hat das schlechte Geburtserlebnis wie weggeblasen.
    Die Frage ist ja auch immer wie man es empfindet. In letzter Zeit hört man nur noch, es war besonders schlimm, es ist das und das passiert, Notkaiserschnitt.... ich habe gelernt es nicht so tragisch zu sehen und zu erzählen. Wenn mich heute jemand fragt, sage ich, beim ersten Mal haben wir es leider nicht allein geschafft und sind dankbar das es den Kaiserschnitt gab, die 2. Geburt war einfach nur schön. Ich erwähne gar nicht groß das es ein Kaiserschnitt war. Wie du schon schreibst, wird man dafür oft verurteilt. Es war auch für sehr viele Menschen im Vorfeld wichtig zu wissen wie mein Kind auf die Welt kommt, wo ich mir dachte, warum interessiert es die, ist doch meine Entscheidung. Recht schnell kam ich dazu zu sagen, ich lasse es auf mich zukommen, in Wahrheit stand der Termin schon fest, den außer mir, nur mein Mann wusste, sonst niemand. Und ich würde mal sagen das 60% aller Verwandten und Bekannten bis heute gar nicht wissen wie sie zur Welt kam, weil ich kein großes Thema daraus gemacht habe. Es war meine Entscheidung ganz allein und wichtig ist für mich nur, meine beiden Mädels und ich sind gesund und alles ist gut.
    Ich wünsche dir für die kommende Geburt alles Gute, hoffe das du auch eine schöne Erfahrung machen kannst. Alles liebe für dich und deine Familie.

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    1. Liebe Isabella,
      es war ein geplanter Kaiserschnitt, weil Pauline in BEL lag. Solch eine Geburt wollte ich für uns nicht und entschied mich deswegen für den KS. Auch rückblickend hätte ich es so getan, jedoch nicht geplant, sondern ich würde abwarten, bis die Wehen einsetzten.
      An deiner Geschichte wird erneut deutlich, wie glücklich wir uns schätzen können, solch medizinische Möglichkeiten zu haben. Trotz auftretender Probleme, egal welcher Art, haben wir gesunde Kinder. Und nur das ist doch, was zählt.
      Ich wünsche Dir und deiner Familie nur das Beste!
      Bini

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  2. Meine liebe Bini,

    ja, ich muss zugeben, deine Worte haben mich zu Tränen gerührt. Ich wünschte, ich könnte dir auch nur ein winziges bisschen bewusst machen, dass du keinen Grund hast, von dir selbst enttäuscht zu sein.
    Ich muss etwas ausholen. Ich weiß nicht, wie sich eine Geburt anfühlt - weder eine natürliche Geburt noch ein Kaiserschnitt, denn ich bin "nur" Mama eines Sternenbabys. Natürlich kam mein Kind zur Welt, aber eben anders. Ich kann nicht nachempfinden, wie man sich während einer Geburt - egal in welcher Art - fühlt, aber ich erkenne so viele Parallelen zu meiner "Geschichte".
    Was mich selbst betrifft, bin ich unheimlich kritisch. Habe ich einen "Bad Hair-Day", fällt mir das negativ auf, aber meine Freunde könnten mit ungewaschenen Haaren rumlaufen und ich würde nie etwas Schlechtes denken. Das ist natürlich ein harmloses Beispiel, fiel mir aber bei meiner... ich möchte es gar nicht benennen... also es fiel mir erneut auf, als mein Kind gestorben ist. Das ist inzwischen über eineinhalb Jahre her und dennoch gebe ich mir die Schuld. Allein die Bezeichnung, ein Kind "verloren" zu haben, lässt mich mich selbst als komplette Versagerin fühlen. Es sagt mir: du hast nicht genug aufgepasst, du hast das Kind verloren, ganz nach dem Motto "es ist einfach rausgefallen", nur weil du sogar dafür zu dumm bist. Ich weiß, dass das eine krasse Aussage ist, aber leider fühle ich mich so. Gleichzeitig kenne ich eine paar andere Frauen, die ein Kind "verloren" haben und ich würde NIEMALS schlecht über sie denken. Vielleicht verstehst du, was ich sagen möchte: man ist zu sich selbst immer kritischer als zu anderen. Man zweifelt schneller, sieht öfter die negativen anstatt der positiven Dinge und kennt eben seine Schwächen. Man kennt seine Ängste, seine Sorgen und hält sich selbst oft für "nicht ausreichend". Auch auf unbekannte Weise kann ich dir sagen, dass du wunderschön bist! Du bist wunderschön, ob mit oder ohne Narbe. Und überleg dir mal, liebe Bini, welch ein Wunder ein Kind ist und welch ein Glück man hat, ein Kind zu bekommen. Dein Körper leistet Wunder - und nun, bei der zweiten Schwangerschaft, erneut. Und ja, wir können uns sehr glücklich schätzen, in einem Land zu leben, in dem wir die Möglichkeiten haben, die wir eben haben: Kaiserschnitte, Operationen generell, Therapien, Behandlungen, etc. Wir haben das Privileg, von dem andere nur träumen können und dürfen das auch annehmen. Es ist vollkommen in Ordnung, dass du einen Kaiserschnitt hattest und das sagt rein gar nichts über deine Mutterfähigkeiten oder die Liebe zu deinem Kind aus, wirklich nicht.
    Lass dir von niemandem etwas Negatives einreden, um es deutlich zu sagen: es geht andere Menschen einen Schei* an, weshalb du dich wofür entscheidest oder, wie in diesem Fall, weshalb Pauline per Kaiserschnitt auf die Welt kam.

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    1. "Es machte es nicht einfacher, wenn dahergelaufene Leute dumme Sprüche zum Thema Kaiserschnitt gemacht haben, ohne selbst jemals eine solche Erfahrung gemacht zu haben." Du hast so Recht! Das sind dahergelaufene Leute, die ihre überflüssige Meinung zu Themen geben müssen, die sie einfach nichts angehen. Und wieder kann ich das, aufgrund der Fehlgeburt, bestätigen: wie viele Leute haben sich eingemischt, mich gefragt, wie ich das mit Kind und Studium hätte schaffen wollen, wie oft wurde mir gesagt, dass das "halt passiert", dass das "alles nicht so schlimm" sei, weil ich ja noch keine Bindung zum Kind hätte aufbauen können (aha, wenn man schwanger ist, hat man also überhaupt keine Bindung zum Kind, ist klar...) und ich ja eh noch soooo jung bin, ich würde schon noch ein Kind bekommen.
      Aber niemand fragt, wie man sich dabei fühlt, niemand denkt daran, wie schmerzhaft solche Worte sind, die sich wie Stiche ins Herz anfühlen und niemand denkt darüber nach, dass ich keinen Ersatz für mein Kind möchte - so wie niemand darüber nachdenkt, dass dein Kaiserschnitt keine Bequemlichkeitsentscheidung war.
      Pass gut auf dich auf und versuche etwas loszulassen. Ich bin mir bewusst, dass dich das Thema sehr beschäftigt, aber glaub mir, du musst dir keine Vorwürfe machen - wirklich nicht! ♥

      Entschuldige den Roman...ich möchte dir gerne so viel sagen... oh Bini.
      Ganz liebe Grüße,
      Deborah ♥

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    2. Liebe Deborah,
      deine Worte haben mich zu Tränen gerührt und ich habe mich unglaublich schlecht gefühlt! Im Vergleich zu eurem Schicksal weine ich auf hohem Niveau! Der Verlust tut mir schrecklich leid! Ich kann nur erahnen, wie es dir gegangen sein muss und noch immer geht. Natürlich trägst nicht du die Schuld an dem Geschehenen, doch ich kann dich durchaus verstehen. Ich neige auch dazu, mich selbst am kritischsten zu betrachten und mich selbst zu verurteilen. Selbst wenn es Dinge sind, auf die man wohl keinen Einfluss hat.
      Ich danke dir für deine ehrlichen Worte und sende dir eine ganz feste, virtuelle Umarmung!
      Bini ♥

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    3. Liebe Bini,
      vielen Dank für deine lieben Worte. Du sollst dich jedoch keinesfalls schlecht fühlen. Das, was uns zugestoßen ist, lässt sich nicht beschreiben und natürlich wird es auch nie wieder so sein, wie vor der Schwangerschaft, aber ich habe mir bewusst gemacht, dass ich nicht aufgeben darf. Nun, eineinhalb Jahre später, habe ich einen Weg gefunden, damit umzugehen - auch wenn ich selbst nicht mal weiß, wie genau ich damit umgehe.
      Du jammerst nicht auf hohem Niveau. Man darf so etwas auch niemals vergleichen.
      Fühl dich ebenfalls lieb umarmt! ♥

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  3. Gerade mit den letzten Absätzen hast du so so recht. Was die körperlichen Schmerzen nach der Geburt angeht, lass dir gesagt sein es ist auch nach einer natürlichen Geburt oftmals änhnlich (Stichwort Dammverletzung). Es gibt sie nicht, die perfekte Geburt. Früher ging es bei Geburten nicht um Duftkerzen, sondern um das nackte Überleben beider. Das Bewusstsein, dass wir Geburten erleben, um unsere Kinder auf die Welt zu bekommen ist dabei völlig verloren gegangen. Und wir Frauen zweifeln auch viel zu oft an uns selbst. Ich hatte lange lange Zeit nach der natürlichen Geburt psychisch mit der Veränderung nach der Geburt und physischen Schmerzen zu kämpfen. Ja es war eine natürliche Geburt. Aber ich würde behaupten, besser ging es mir damit auch nicht wirklich.

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    1. Liebe Felicitas,
      danke für deine Worte! Auch wenn ich es dir natürlich nicht gewünscht hätte, tut es gut zu lesen, dass es auch andersrum nicht perfekt laufen muss.
      Ich merke in letzter Zeit einfach, dass ich mir selbst Druck auferlege, weil um mich herum alle die vermeintlich perfekte Geburt planen und von einem wundervollen Geburtserlebnis träumen. Ich habe von diesem Traum losgelassen und möchte die nächste Geburt auf mich zukommen lassen, mit freiem Kopf und positiver Energie. Ganz ohne Druck von außen. Wie du schon sagtest, es geht nicht um die Duftkerzen und Co., sondern um ein gesundes Kind.
      Sei ganz lieb gegrüßt!

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  4. Antworten
    1. ♥♥♥
      Ach Henriette weißt du, es freut mich so, dass du uns verfolgst!
      Schade, dass der Kontakt in DC damals nicht da war!

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