♢ Die beste Entscheidung meines Lebens ♢♢ USA, here I come! ♢


Es gibt Entscheidungen im Leben die wir gefällt haben, die wir wohlmöglich bedauern oder aber über die wir sehr dankbar sind. Viele Entscheidungen in meinem Leben würde ich rückblickend wohl anders fällen, doch für diese eine besondere Entscheidung würde ich mich immer und immer wieder entscheiden. Ja, ich würde mich immer wieder für ein Auslandsjahr in den USA entscheiden! 

Mein Teenage-Dream 
Ich weiß es noch, als wäre es erst gestern gewesen: ich lag meiner Mutter in den Ohren mit einem ganz besonderen Wunsch. "Mama, bitte bitte darf ich ein High School Jahr in Amerika machen?" 
Wirklich, es war mein größter Wunsch, mein Traum einmal ein amerikanisches Leben führen zu können. So richtig echt. Echt amerikanisch eben, mit allem was dazu gehört:Thanksgiving, Weihnachten, übertriebenem Halloween, einer High School, amerikanischen Freunden und um mich herum nur englisch sprechende Amerikaner. Ich war wie besessen von dieser Vorstellung einmal in Amerika zu leben. Umso enttäuschter war ich, als ich immer und immer wieder ein "Nein, Sabina!" zu hören bekam. Damals tat meine Mutter es als Zeitverschwendung ab, doch insgeheim denke ich, dass es für meine Eltern schlicht weg zu teuer gewesen wäre. So ein High School Jahr abroad kostet locker um die 15.000 €. 
Ich war sauer, traurig und enttäuscht zugleich. Doch anstatt mich damit abzufinden, wurde ich aktiv und suchte nach Alternativen für die Zeit nach meinem Abitur. Schnell wurde ich fündig: Au Pair in Amerika sein. Man lebt in einer amerikanischen Familie, kümmert sich um die Kinder und on top wird man wöchentlich bezahlt. Jackpot, das werde ich machen! Voller Euphorie erzählte ich meiner Mutter von den alternativen Plänen. Ich weiß bis heute nicht, wie sie zu dem Thema stand, doch ich bin mir sicher, dass ihr ein Stein vom Herzen gefallen ist, weil das Thema Amerika vorerst vom Tisch war. Vorerst.. 

Die Bewerbung
Etwa zwei Jahre später war es soweit! Ich konnte mich endlich bewerben! Ach, was habe ich mich darauf gefreut, weil mein Traum nun in greifbare Nähe rückte. Ich bewarb mich online bei einer recht kleinen Organisation namens iSt. Nur wenige Wochen später erhielt ich Post von der Organisation. Sie luden mich zu einem Bewerbungsgespräch nach Hamburg ein, in welchem geprüft wurde, wie gut mein englisch bisher war. Zudem wurde ein kleiner Psycho-Test gemacht. Dabei musste ich Fragen mit Ja oder Nein beantworten, die darauf abzielten zu erfahren, ob ich psychisch labil oder angeknackst bin. Das Bewerbungsgespräch war easy peasy, nichts wovor man Angst haben müsste.
Ich weiß noch, wie überrascht meine Mutter war, als ich ihr von der Umsetzung meiner Pläne erzählte. Als ich ihr erzählte, dass ich mitten in der Bewerbung stecke, um schon ganz bald in die USA aufzubrechen. Mit dem Bewerbungsgespräch wurde ihr wohl allmählich bewusst, wie ernst mir das Thema war. Wie dringend mein Wunsch war und wie stark meine Sehnsucht nach diesem Traum war. 
Nach dem besagten Gespräch musste ich mich wieder gedulden und auf die Antwort der Organisation warten. Doch glücklicherweise erhielt ich eine schnelle Rückmeldung: ich wurde in das Programm aufgenommen! Nun durfte ich eine Bewerbungsmappe fertigstellen, die sich direkt an die Gastfamilie richten würde. Inhalt dieser Mappe war ein Brief, in welchem ich mich vorstellte und meine Beweggründe schilderte, weshalb ich ausgerechnet als Au Pair in die USA möchte und eine selbst gebastelte Foto Collage, die mich am besten wieder spiegelte. Das alles kam in einen Umschlag und wurde der Organisation gesandt, die sich dann um die Vermittlung kümmerte. Nun hieß es warten. Aktiver konnte ich nicht werden, denn nur die Gastfamilien hatten Zugriff auf die Au-Pair-Bewerbungen und konnten sich daraufhin bei der gewünschten Kandidatin melden. Ich wartete und wartete, doch nichts passierte. Ich meldete mich regelmäßig bei der Organisation und fragte, ob ich noch irgendwas ergänzen oder tun könnte, um den Vorgang zu beschleunigen. Im Juni würde ich schließlich mein Abitur haben und dann möchte ich so schnell wie möglich weg sein. Ich wollte keine Zeit vergeuden und ganz schnell mein Abenteuer Amerika starten! Doch es meldete sich niemand. 3 Monate lang wartete ich und schaute täglich mehrmals voller Hoffnung in mein E-Mail Eingang rein, bis endlich eine E-Mail da war! Eine Familie, eine amerikanische Familie hatte mir doch tatsächlich geschrieben! Voller Euphorie und mit Tränen in den Augen, las ich die E-Mail, um dann erschreckend feststellen zu müssen, dass diese Familie überhaupt nicht zu mir passte. Die E-Mail war sehr fordernd formuliert und war nur mit Pflichten gefüllt, die mich erwarten würden, wenn ich da sein würde. Die Familie kam aus Colorado und hatte insgesamt 5 Kinder im Alter von 1 bis 13. Uff, das würde anstrengend werden. Ich hatte ja drei kleine Brüder, die zu dem Zeitpunkt 3, 5 und 14 Jahre alt waren, dementsprechend wusste ich sehr wohl, worauf ich mich da einlassen würde. Natürlich erwartet ein Au Pair Arbeit, doch im Gegenzug habe ich mehr erwartet. Ich wollte nicht nur die Nanny sein, sondern Teil einer Familie. Obwohl ich schon so lange gewartet hatte und endlich eine Familie finden wollte, sagte ich ab. Mein Bauchgefühl sagte mir einfach, dass es nicht richtig wäre. Ich sollte belohnt werden, denn nur wenige Tage nach der ersten Familie, meldete sich eine zweite. Diese E-Mail war so anders, als die erste. Sie war herzlich, einladend und herzerwärmend. Mir schrieb eine alleinerziehende Mutter aus Washington DC. Sie erzählte mir von ihren Kindern, von ihren Haustieren, von ihrem Job und ihrem Leben. Sie schrieb mir, was sie gerne in ihrer Freizeit unternehmen und welche Urlaubsorte sie schön finden. Sie schrieb mir aber auch, und das fand ich besonders schön, wie sie sich ein Leben mit einem Au Pair in der Familie vorstellte und was sie mir alles bieten könnten. Unsere Vorstellungen über das gemeinsame Leben waren die Gleichen. Ich machte tausende Luftsprünge und weinte vor Freude! Im Gegensatz zur anderen Familie, hatte sie sogar Bilder der Kinder und sich beigefügt. Es war eine so persönliche E-Mail, dass ich wieder Hoffnung schöpfte!
Ich zögerte nicht lange und antwortete ihr, dass ich großes Interesse habe und mich über ein Skype-Date freuen würde. Gesagt, getan: wir skypten und lernten uns alle ein wenig kennen. Nach einer Stunde verabschiedeten wir uns und nur wenige Minuten später erhielt ich eine E-Mail. Sie war wieder von der Familie, mit der ich eben noch geskypt hatte: sie wollen mich als Au Pair haben! Nun ging alles ganz schnell. Die Familie und ich teilten der Organisation mit, dass es zu einem so genannten Match gekommen ist. Sofort wurde alles in die Wege geleitet. Kurz darauf erhielt ich meine Flugdaten und viele Informationen für die erste Woche. Denn, was vielleicht nicht alle wissen: jedes Au Pair (meiner Agentur) startet seine Reise in New York. Man landet an einem Montag, nimmt 3 Tage an einem Workshop für Au Pairs teil {in Manhatten Downtown versteht sich} und fliegt am Freitag zu der Gastfamilie. Oh was war ich aufgeregt! So unendlich aufgeregt und voller Vorfreude auf die Gastfamilie, die Kinder, das Land und mein neues Leben. 
Im übrigen: von der ersten Online Bewerbung bis zur Zusage der Gastfamilie vergingen 5 Monate. Im November bewarb ich mich online und im April hatte ich eine Zusage für Juli. 

Endlich in Amerika! 
Als ich endlich in Amerika war, war alles aufregend, groß und so amerikanisch. Doch schnell hatte ich das Gefühl alleine zu sein und deswegen wieder nach Hause zu wollen. Meine Gastfamilie war zwar wirklich wundervoll und tat alles dafür, dass ich mich wohl fühle, doch mir fehlten Freunde. Es dauerte etwa einen Monat, bis ich mir so etwas wie einen Bekannten- und Freundeskreis aufgebaut hatte. Von da an wurde alles rasant besser. Ich lebte das Leben, dass ich mir schon immer gewünscht hatte. Und ich datete. Ich datete einige Jungs, die ich kennengelernt habe und ließ es mir gut gehen. Unter anderem lernte ich da so einen Typen kennen.. Moritz nannte der sich. Er kam den ganzen Weg von der anderen Seite der Stadt gefahren, damit wir gemeinsam durch die Stadt schlendern konnten. Und obwohl ich nebenher zwar noch andere Leute gedatet habe, war Moritz anders. Er war cool, lässig, erfahren und irgendwie waren wir auf einer Wellenlänge. Wir verbrachten künftig immer mehr Zeit miteinander, bis er mir schließlich sagte, dass er mich nicht mehr nur treffen möchte. Alles oder nichts, ich solle mich entscheiden. Eigentlich ging ich nach Amerika und nahm mir fest vor, dass ich keine Beziehung eingehen werde. Dieses Jahr sollte mein Jahr werden. Ich wollte mich besser kennenlernen und wachsen. Doch ich hatte ihn wirklich gern und zu unserem Glück wohnten auch unsere Eltern in Deutschland im selben Landkreis. Wir hatten also eine reelle Chance. Was soll's, ich wagte es und ging eine Beziehung mit ihm ein. Wenn's nicht hinhaut, bin ich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten und werde viel reisen. Aber wisst ihr was? Es hat geklappt, verdammt gut sogar. Heute nenne ich diesen Typen von damals meinen Mann und den Vater meiner Kinder.

Die beste Entscheidung meines Lebens
Rückblickend würde ich mich immer und immer wieder für dieses Jahr entscheiden. Es hat so vieles mit mir gemacht. Ich habe eine neue Kultur kennen und lieben gelernt, ich habe ein neues Land kennengelernt, ich habe mein eigenes Land besser kennengelernt. Ich bin an Grenzen gekommen und über mich hinaus gewachsen. Ich habe mich in diesem Jahr viel rasanter entwickelt, als in den Jahren zuvor. Ich habe Lebenserfahrung gesammelt und mich verändert. Aus dem kleinen Mädchen Sabine vom Lande wurde eine weltoffene junge Frau,namens Bini. Ich habe Freundschaften fürs Leben geknüpft und last but not least: ich habe den wichtigsten Menschen meines Lebens kennengelernt, Moritz. Ohne ihn wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Dann wäre ich nicht Mutter einer so wundervoll, frechen Tochter. Dann wäre ich nicht schwanger mit dem zweiten Kind und ich wäre wohl auch nicht verheiratet.
Dieses Jahr zählt zu dem wichtigsten Jahr meines Lebens. Es hat meinem Leben eine Richtung und einen Sinn gegeben, indem es mir meine kleine Familie geschenkt hat. Niemals würde ich das missen wollen.

Ich blicke auf ein Jahr voller wundervollen Erinnerungen zurück und erfreue mich mein Leben lang an dem Geschenk, dass es mir gemacht hat.
Moritz, Pauline und dem kleinen Bauchbewohner.

Thanks America! 

xxx, B. 


Es folgen zahlreiche Bilder wundervoller Momente aus den USA! ♡: 



























Und hier haben wir uns das erste Mal getroffen! Ist das nicht ein zuckersüßer Ort für ein erstes Treffen? 




Kommentare:

  1. So eine tolle Geschichte und die Bilder erst ❤
    Manchmal sollte man einfach seine Träume erfüllen! Das werde ich meinen Kindern immer ans Herz legen. 😊

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    1. Vielen Dank!
      Darüber reden wir auch immer und immer wieder. Das ist etwas, was uns ganz wichtig ist: wir wollen unseren Kindern auf den Weg geben dass sie das tun sollen, was sie glücklich macht. Auch wenn es nicht dem standardisierten Weg der Gesellschaft entsprechen sollte. Das ist einfach so so wichtig!
      Sei lieb gegrüßt!

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  2. So eine schöne Geschichte!!! Ich war nach dem Abi auch für sechs Monate in Neuseeland, jedoch nicht als Au Pair. Es war aber auch mit die beste Zeit meines Lebens ☺. Liebe Grüße Lena

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    1. Ich finde Auslandserfahrungen grundsätzlich toll! Am liebsten würde ich jedes Jahr auf und davon sein und mich in etwas neuem probieren! Leider spielen da die Finanzen nicht mit. Vielleicht ja irgendwann..
      Liebste Grüße!

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  3. Was für ein schöner Beitrag und super schöne Fotos!
    Da werde ich glatt neidisch, dass ich damals nicht auch ein Auslandsjahr oder als Au Pair in die USA geflogen bin... Nach dem Abitur habe ich leider auf meine Eltern gehört und direkt mit dem Studium angefangen als hätte ichs so eilig��

    Dafür war ich zwar ein Semester im Ausland mit dem Erasmus Programm weg aber es ist halt nicht das Selbe...

    Wenn ich aber Kinder habe, werde ich das auf jeden Fall auch ans Herz legen. Kann mir vorstellen wie schön, prägend und unvergesslich so ein Jahr weit weit weg von zu Hause ist.

    Ich freue mich sehr, dass diese Entscheidung dich zu deinem wundervollen Leben geführt hat.
    Liebe Grüße,
    MELISA ♡♡♡

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    1. Liebe Melissa,
      in den meisten Fällen wird man wohl nie wieder so frei sein, wie direkt nach dem Abitur. Zu schnell schleichen sich Verpflichtungen durch die Universität, eine Ausbildung oder einen Job ein, die unser Leben dann bestimmen.
      Deswegen kann ich jedem nur zu solch einer Erfahrung raten! Aber toll, dass du ein Auslandssemester machen konntest! Das war mit Sicherheit ebenfalls eine tolle Erfahrung!

      Sei ganz lieb gegrüßt,
      Bini ♡

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  4. Liebe Bini,

    So ein schöner Beitrag und so tolle Fotos!

    Ich war selber auch ein Jahr als Au Pair in Amerika (ebenfalls in DC) und kann es auch nur empfehlen! Es war nicht immer leicht aber man wächst so unglaublich über sich hinaus und hat die Chance, Erfahrungen zu machen, die sonst unvorstellbar wären.

    Ich war zu dem Zeitpunkt meiner Abreise mit meinem Freund anderthalb Jahre zusammen. Da es aber schon vor unserer Beziehung mein Traum war, wusste er natürlich davon und hat mich unterstützt, wofür ich unendlich dankbar war und immer noch bin. Wir haben uns ein Jahr lang nicht gesehen (und haben uns nach den 12 Monaten mit einem gemeinsamen Florida Urlaub belohnt!) und sind nun immer noch zusammen und sind stärker als je zuvor.

    Was ich damit sagen will: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg! Man darf sich nicht von seinen Träumen abbringen lassen und mit dem richtigen Menschen an seiner Seite ist alles möglich!

    Danke, dass Du das alles mit uns teilst und alles Gute für Eure kleine Familie!

    Lieben Gruß aus Schleswig-Holstein!
    Hannah

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