♢ Mein Brief an Dich ♢♢ Von Grenzen und grenzenloser Liebe ♢


Manchmal müssen einige Worte einfach gesagt oder niedergeschrieben werden, um im Kopf Platz für neue Gedanken zu haben. Platz für positive Energie. 

Meine kleine Pau Pau, 

du bist zwar noch recht klein, doch deinen eignen Willen hast du jetzt schon. Du kannst uns ganz lautstark mitteilen, was du möchtest und was du nicht möchtest. Was du magst und was dir missfällt.
Damit können Mama und Papa gut umgehen. Doch an einigen Tagen strapazierst du unsere Geduld besonders. Ja, an diesen Tagen kompensierst du dein stures Verhalten nicht mit Umarmungen, Küssen und lautem Gelächter, nein. Du bist rundum unzufrieden.  Den ganzen Tag, ununterbrochen.
Wir können dir alles mögliche anbieten, doch du wirst es verneinen, uns Gegenstände aus der Hand schlagen und lautstark weinen. Manchmal, ja manchmal würde ich wirklich gerne wissen, was in diesen Momenten in dir vorgeht. Versuchst du uns etwas mitzuteilen und wir verstehen dich nicht? Das kann in der Tat sehr frustrierend sein, das verstehe ich. Ignorieren wir deine Bedürfnisse? Wir sind sehr darauf bedacht, immer einen Kompromiss zu finden, mit dem wir alle glücklich sind. Hast du Schmerzen? Dann wünschte ich, du könntest mir zeigen, wo es wehtut.
An diesen besagten Tagen mein Kind, da bringst du Mama und Papa wirklich an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. An die Grenze dessen, was eine gute Mutter, was gute Eltern ist/sind. Denn auch wenn ich wirklich versuche {und ich bemühe mich wirklich sehr} dich zu verstehen, so gelingt es mir manchmal nicht. Ich bin frustriert und genervt. Ich, nein wir bemühen uns so sehr, damit du ein glückliches Kind bist. Damit du später einmal gerne an deine Kindheit zurück denkst. Doch an einigen Tagen bekommen wir nichts zurück. Nichts als ein unzufriedenes, motzendes Kleinkind. Dann habe ich das Gefühl, die keine gute Mutter zu sein. Das Gefühl vom Versagen macht sich breit. Wenn diese Grenze erreicht ist, braucht auch Mama ihre Zeit für sich. Zeit um einmal durchzuatmen, Zeit um meine Gedanken zu sortieren und Geduld zu tanken. Dann braucht Mama einfach ein bisschen kinderfreie Zeit. Zeit für sich ganz alleine.
Versteh mich nicht falsch. Ich weiß, dass du gerade eine Entwicklung durchlebst und das viele Emotionen völlig neu sind für dich. Das ist auch vollkommen in Ordnung. Dafür sind Mama und Papa da. Wir zeigen dir, wie man mit diesen Emotionen umgehen kann. Wie man sie verarbeitet und wieder glücklich ist. Wir zeigen dir, wie das Leben so spielt und man seine lebensfrohe Art nicht verliert.

Mit deinem Verhalten meinst du es natürlich nicht böse. Am Ende des Tages liegst du nämlich doch wieder in unseren Armen und schlummerst ganz friedlich ein. Dann bereue ich mein Verhalten, das ich an den Tag gelegt habe. Hinterfrage mein Handeln und fordere mich selbst dazu auf, beim nächsten Mal mehr Geduld für dich zu haben. Denn du mein kleiner Schatz wirst grenzenlos geliebt. Egal wie stur, laut oder zickig du mal sein magst. Wir gelangen zwar hin und wieder an die Grenzen unserer Belastbarkeit, doch niemals an die Grenzen der Liebe für dich.

Dafür bist du zu wundervoll. Zu wertvoll. Dafür wirst du zu sehr geliebt.

Was ich nach solch anstrengenden Tagen für Lehren ziehe? Dass nicht nur du lernen musst, wie man mit Emotionen umgeht, sondern dass wir auch Lernen müssen, mehr Verständnis für dich aufzubringen. Uns in Geduld zu üben. Damit du eines Tages nicht das Gefühl hast, nicht ernst genommen zu werden. Damit du vielleicht ansatzweise verstehen kannst, wie bedingungslos, grenzenlos wir dich lieben.

xx, Mama

Kommentare:

  1. So wunderschön und herzlich geschrieben! Eure unendliche Liebe liest man sofort heraus, ihr seid eine super Familie.
    Viele liebe Grüße aus Österreich

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    1. Vielen lieben Dank für die lieben Worte!
      Ganz liebe Grüße zurück!

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