♢ Die Hyperemesis und das Krankenhaus ♢♢ Schwangerschaftsupdate 10. Ssw ♢


Die 10. Schwangerschaftswoche muss ich leider als eine wirklich unschöne Woche abhacken. Tränen, Frustration, Erbrechen bis zum Umkippen und ein Krankenhausaufenthalt. Die Woche meinte es nicht besonders gut mit uns.

Ja, in dieser Schwangerschaft plagt mich die Übelkeit ganz besonders doll. Schon im letzten Update berichtete ich, dass mir auch das Erbrechen nicht erspart geblieben ist und es für mich zum Alltag gehört, wenn ich fünf Mal am Tag erbreche. Doch dann kam der Samstag, der nochmal einen oben drauf legte. Der Samstag, an dem ich keinen Tropfen Wasser inne behalten konnte. Der Samstag, der mir all' meine Kräfte raubte und mich schließlich am Sonntag zusammenbrechen ließ. 

Hyperemesis gravidarum 
Anfangs ging ich noch davon aus, dass ich mir irgendwo den Norovirus eingefangen hätte. Doch die Ärzte im Krankenhaus stellten schnell fest, worum es sich bei meinen Brechattacken, die alle 20 Minuten auftraten, handelte: Hyperemesis gravidarum oder umgangssprachlich auch bekannt unter unstillbarem Schwangerschaftserbrechen. 
Diese Form des Schwangerschaftserbrechens kommt bei etwa 0,5 - 1 % der Schwangeren vor. Niemals hätte ich gedacht, dass es mich einmal treffen würde, doch das tat es. 

Nachdem ich zu Hause nicht einmal mehr die Kraft fand, um mich auf eigenen Beinen zu halten oder gar zu sprechen, handelte Moritz schnell. Er fuhr mich ins Krankenhaus, wo ich endlich eine Infusionstherapie bekam. Mir wurden zuerst Elektrolyte verabreicht, durch die es mir relativ schnell wieder besser ging. Mir ging es zwar nicht gut, aber ich fühlte mich auch nicht mehr, wie eine vor sich hinvegetierende Leiche. Ich blieb insgesamt vier Tage im Krankenhaus und bekam fast ohne Unterbrechung Infusionen mit Flüssigkeit, Vitaminen, Elektrolyten oder Medikamenten gegen die Übelkeit. Nach zwei Tagen fühlte ich mich endlich wieder fit und lebendig. 

Folgen des schweren Erbrechens
Aufgrund des vielen Erbrechens hatte ich einen Kaliummangel, der ganz schnell wieder kompensiert wurde. Zum Frühstück gab es eine Kalium-Brause-Tablette, die ich in einem Glas Wasser auflöste und trank. Außerdem brachte Moritz mir Bananen und Avocados mit, die als besonders Kaliumreich gelten. Doch leider nahm ich auch einige Kilo ab und mit den Kilos ging auch mein kleiner, aber feiner Babybauch, den man bis dahin schon gesehen hatte. 
Eigentlich sollte ich den noch nicht vorhandenen Babybauch genießen, denn ich weiß ja, wie mühsam so ein Dickbauch sein kann. Doch mein Mama Herz hüpft natürlich, wenn mein Bauch größer wird und sich wölbt. 

Seit meiner Heimkehr aus dem Krankenhaus musste ich zwar wieder brechen, doch es hielt sich im Rahmen und war nie öfter als drei Mal am Tag. Die Ärzte warnten mich jedoch, dass das in dieser heftigen Form immer wieder auftreten könnte in dieser Schwangerschaft und ich dann wieder ins Krankenhaus müsse. 
Meine Hoffnung ist nun natürlich, dass dieses Elend der Übelkeit ganz bald ein Ende hat. Bei Pauli war es in der 13. oder 14. Woche soweit. Ich habe ehrlich gesagt ein wenig Angst, denn ich fiebere diesen Wochen entgegen, ohne zu wissen, ob sie tatsächlich Besserung bringen werden. Ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll, wenn das noch Monate so weiter geht. Zu anstrengend ist dieser Zustand. Zu kräftezerrend. Zu bestimmend. 
Hinzu kommen schlimme Gedanken, die sich immer wieder einschleichen, wenn es mir wieder besonders schlecht geht. Was, wenn man eine Abtreibung in Erwägung ziehen würde? Dann hätte das Elend ganz schnell ein Ende. 
Eine Abtreibung ist hier natürlich nicht gewünscht und käme für mich nie, nie, niemals in Frage. Ein solcher Zustand kann jedoch so belastend sein, dass man mit dem typischen "Was-wäre-wenn,..."-Spiel beginnt. Das hat mir nochmal ganz deutlich gezeigt, wie wichtig die Unterstützung des Partners ist. Auch wenn Moritz gegen die Übelkeit nicht viel anrichten kann, so gibt er mir warme, aufbauende Worte, fängt mich auf und erträgt mich, wenn ich mich selber nicht mehr ertragen kann. Er kocht für mich. Fährt jederzeit los, sobald ich eine Heißhunger-Attacke habe, die unser Kühlschrank nicht befriedigen kann. Er nimmt mir Pauline ab, damit ich schlafen kann, um mein Elend für einige Minuten oder Stunden zu vergessen. 
Ich weiß, dass ich ihn momentan auch sehr viele Nerven koste, doch ich bin ihm zutiefst dankbar, dass er mich so intensiv unterstützt! <3 

Abschließend noch meine Daten: 

  • Gewicht: 48 kg (- 4 kg)
  • Bauchumfang: 69 cm ( -7 cm) 
Nun heißt es für mich: zunehmen! 

xx, Bini 

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