♢ Was kostet ein Kind?! ♢♢ Die Sache mit dem Geld im Studium ♢


Oh, was musste ich mir nicht alles anhören, seitdem ich mit Pauline schwanger war. War das geplant? Ihr seid doch beide noch Studenten! Ihr habt doch jetzt schon kaum Geld über am Ende des Monats, wie wollt ihr euch ein Kind leisten? Nein, wie könnt ihr euch ein Kind leisten?
Die Sache mit dem Geld interessiert die Leute mindestens genau so sehr, wie intime Schlafzimmer-Geschichten oder Tratsch, wenn nicht sogar noch mehr. 
Also, wie können wir uns das leisten? Ich verrate es euch. 


Unsere Meinung 
Als wir mit dem Gedanken spielten, uns an das Projekt Familie zu wagen, haben wir natürlich auch an das liebe Geld gedacht, welches nicht ganz unwichtig ist für Familien. Wir haben uns gefragt, ob wir uns ein Kind im Alltag und überhaupt leisten können. Ob es Unterstützung gibt, sowohl von der Familie als auch dem Staat. Wir wollten wissen: schaffen wir das finanziell? 
Dann setzten wir uns zusammen und haben versucht einen realistischen, groben Kostenplan für ein Baby bzw. Kind pro Monat aufzustellen. Ich kann euch nicht mehr sagen, was genau wir dort festgehalten haben als Summe, aber wir lagen nicht ganz falsch. Denn wir kamen beide zu dem Entschluss, dass ein Kind in den ersten Lebensjahren gar nicht so viel brauchen würde, wie alle immer behaupten. Einem Kind, vor allem Babys ist in den ersten Jahren nämlich nur folgendes wichtig: Liebe, Geborgenheit und die Nähe der Eltern. Das alles kann man weder kaufen, noch ersteigern. Ja, ein Kind braucht auch ein Dach über dem Kopf und gewisse Grundlagen müssen natürlich vorhanden sein, doch sie brauchen nicht unbedingt den teuersten Kinderwagen, die angesagtesten Marken im Kleiderschrank oder überteuerte Designer-Möbel fürs Kinderzimmer.
Auch aus heutiger Mutter-Sicht kann ich das bestätigen. Alles was Pauline 'unbedingt' braucht, möchte eigentlich nur ich haben, weil es entweder todschick oder zuckersüß ist. Fast alles ist fakultativ, aber eben nicht notwendig. Zudem wachsen unsere Finanzen mit den Lebensjahren unseres Kindes, da bin ich mir absolut sicher. 

Die Unterstützung 
Kaum haben wir unseren Familien die freudige Nachricht mitgeteilt, da haben die künftigen Omis schon beschlossen, was die Familie für das erste Enkelkind übernehmen würde: den Kinderwagen und die Möbel für das Schlafzimmer. Daneben kamen natürlich unzählige Kleidungsstücke dazu, von denen die Omis einfach nicht die Finger lassen konnten. 
Das war für uns eine enorme Hilfe und wir sind auch heute noch dankbar für die Unterstützung! 
Doch wie sieht es mit der staatlichen Unterstützung aus oder sogar Stiftungen? 
Ich berichte euch, was wir in Anspruch genommen haben. 

Bundesstiftung Mutter und Kind 
Die Bundesstiftung Mutter und Kind hilft schwangeren Frauen in finanziellen Notlagen. Man stellt einen recht unbürokratischen Antrag, welcher innerhalb kurzer Zeit bearbeitet wird. Wir erhielten dadurch einen gewissen Betrag für die Baby-Erstausstattung. Wichtig hierbei ist, dass man den Antrag noch während der Schwangerschaft {möglichst früh} stellt und man der Stiftung eine Kopie der Geburtsurkunde des Kindes zukommen lässt, sobald man diese hat.
Die Stiftung Mutter und Kind finanziert sich zu einem Teil aus Steuergeldern und zu einem großen Teil aus Spenden. An dieser Stelle möchte ich natürlich dazu aufrufen, die Stiftung zu unterstützen.
Ich persönlich finde die Definition einer 'finanziellen Notlage' sehr schwer. Zu dem besagten Zeitpunkt hätten wir uns die Erstausstattung ohne Unterstützung nicht ohne weiteres leisten können, sodass wir für solche Möglichkeiten äußerst dankbar sind.

Wohngeld 
Mit Paulines Geburt hatten wir plötzlich einen Anspruch auf Wohngeld für die junge Dame. Dafür sind wir einfach zur Wohngeldstelle unserer Stadt gegangen und haben uns den Antrag abgeholt und in Erfahrung gebracht, was wir dem Antrag beifügen müssen.
Heraus kam eine beachtliche Summe, die uns im Alltag ungemein hilft. 

Was allen zusteht 
Das sind natürlich das Eltern- und Kindergeld. Das Kindergeld beträgt derzeit 190 €, dessen Antrag ihr online findet und bei der für euch zuständigen Familienkasse einreicht. Eine recht unbürokratische und leichte Angelegenheit.
Beim Elterngeld wird das ganze eine {oder zwei} Nummern komplizierter. Entweder ihr erhaltet, wie wir, den Mindestsatz von 300 € oder das Elterngeld wird anhand eurer letzten Lohnabrechnungen berechnet. Da wir allerdings nur studierten und vorher nicht mehr als Geringfügigkeitsjobs hatten, stand uns lediglich der Mindestsatz des Elterngeldes zu.

Fazit
Durch die uns rechtlich zustehenden Mittel und dem Wohngeld hatten wir in Paulines erstem Lebensjahr monatlich mindestens 490€ mehr zur Verfügung- und das nur für das Kind. Meiner Meinung nach ist das mehr als ausreichend, um Pampers, Kleidung und eventuelle Pulvermilch für das Kind zu kaufen. Der größte Kostenfaktor waren {und sind nach wie vor} die Windeln.
Ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, mir ein Kind nicht leisten zu können oder eine unvernünftige Entscheidung getroffen zu haben. Sobald das Studium absolviert sein wird, werden wir arbeiten und müssen dann natürlich erstmal den Studienkredit und das Bafög zurückzahlen. Doch wir werden auch dann genügend finanzielle Mittel haben, um uns unsere kleine Familie und das schöne Leben leisten zu können.
Ich denke, dass es um die Schwerpunkte geht, die man sich selbst setzt. Unsere Schwerpunkte liegen eben nicht beim Feiern, Ausgehen und Co., sondern bei der Familie, bei dem Kind, bei uns. Trotz dessen tun wir auch das, wonach uns ist: wir gehen Sushi essen, holen uns einen {viel zu überteuerten} Kaffee oder legen jeden Monat ein bisschen Geld beiseite, um irgendwann mal auf Reisen gehen zu können. Natürlich wäre die Gewissheit finanzieller Sicherheit schön, doch wir empfinden sie nicht als notwendig, um Eltern zu sein. Wir achten auf unsere Finanzen, müssen den ein oder anderen Euro möglicherweise zweimal umdrehen und kaufen uns nur selten neue Kleidung. Dennoch bleibt genug Geld für gesundes Essen und unser Kind.
Ob man sich als Studenten nun ein Kind leisten kann? Ja, definitv. Möglicherweise muss man den Studienkredit länger in Anspruch nehmen, als einem lieb ist. Doch wenn uns unsere Kinder das nicht wert sind, was oder wer dann?
Wir würden uns jederzeit wieder für ein Kind im Studium entscheiden.

Wie seht ihr das oder was sind eure Erfahrungen? Ist ein Kind im Studium finanziell möglich oder zeugt es doch von großer Unvernunft? Ich bin gespannt, was ihr zu dem Thema zu sagen habt!

xx, Bini 



Kommentare:

  1. Vielen Dank für den tollen Beitrag! Ich sehe das genauso, wir sind auch Studenten und bekommen in 2 Wochen ein Kind. Der Elterngeldantrag ist tatsächlich komplizierter. Welchen der drei "Optionen" wählt man da aus um Anspruch auf den mindestsatz (mein mann hat allerdings vor 2 Jahren gearbeitet) zu haben? Über einen Tipp würden wir uns sehr freuen, danke :-)

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  2. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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    1. Liebe Lara,
      dein Kommentar wurde zwar entfernt, dennoch weiß ich noch in etwa, was du geschrieben hast.
      Und ich danke dir für deine toleranten Worte! Es muss ja nicht jeder meinen Weg gehen. Dafür ist die Welt und das Leben einfach zu Vielseitig. Aber es freut mich, wenn ich den Leuten, die Interesse an dem Thema Studieren mit Kind haben, zeigen kann, dass es möglich ist.

      Alles Liebe,
      Bini

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  3. Hey Bini,
    hab nach etwas längerer Zeit mal wieder Deinen Blog durchstöbert, den ich übrigens super gut finde! Ich bin derzeit auch Studentin im 5ten Semester und habe schon eine ganze Weile einen riesen Kinderwunsch. Ich weiß, dass mein Partner (der einen "normalen" Vollzeitjob hat) ihn auch hat, sich aber große Sorgen um die Finanzen macht. Naja egal, ich will Dir nicht meine Geschichte aufdrücken, sondern nur sagen, dass Du manchen Personen so wie mir echt Mut machst und etwas Zuversicht gibst! Also sollte das eigentlich nur ein nettes Kompliment sein! :D
    Liebe Grüße,
    Gabi :)

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