♢ Wenn die Stillbeziehung zur psychischen Zerreißprobe wird ♢♢ Am Rande der Verzweiflung ♢




Von Anfang an meiner Schwangerschaft war mir klar, dass ich mein Kind stillen wollte. Ich hoffte damals sehr, dass wir keine großen Schwierigkeiten haben würden und wir {also Mutter und Kind} schnell ein eingespieltes Still-Team sein würden. 
Dem war auch so. Abgesehen davon, dass Pauli anfangs viel geschlafen hat und wir sie zum trinken an der Brust animieren mussten, klappte alles ganz fabelhaft.

Die Erwartungen 
An das Stillen sind auch immer gewisse Erwartungen geknüpft. So erwartet {oder hofft} Frau, dass sie überhaupt in der Lage dazu ist, zu Stillen. Mit fiel es in der Schwangerschaft oft schwer, an meinen Körper zu glauben. Wie kann das funktionieren, wenn ich nicht einmal weiß, wie das überhaupt gehen soll? Mein Körper hat mich eines besseren belehrt und gezeigt, dass er alles ganz alleine regelt. Dann haben wir also gestillt, was auch wunderbar funktioniert hat von Anfang an. 
Doch wie stellte ich mir unsere Stillbeziehung genau vor? Naja, so wie wohl die meisten Frauen in Deutschland. Die ersten sechs Monate stille ich sie voll und dann würden wir die B(r)eikost einführen. Irgendwann würde sie sich dann von selbst ganz sanft abstillen, indem immer mehr Milchmahlzeiten durch B(r)eikost ersetzt würden. 
Wenn wir alle mal ehrlich sind, haben wir viele Erwartungen an unsere Kinder oder daran, wie die Dinge zu laufen haben. Wir schmieden Pläne oder gehen von gesetzten Normen aus, ohne auf das Kind zu warten. Ohne zu wissen, wie unser Kind sein wird und ob es diesen Weg auch für richtig hält.

Die ernüchternde Realität 
Mit 15 Monaten ernährt Pauline sich noch immer fast ausschließlich von Muttermilch. Ein Abstillen ist {wenn es nach Pauli geht} noch lange nicht in Sicht. Sie isst zwar auch etwas, doch die von Pauli gemochten Lebensmittel sind sehr übersichtlich: Brot & Brötchen, Nudeln {ohne Soße versteht sich}, Kekse und Chicken Nuggets. Ach und stilles Wasser, das trinkt sie gerne. 
Wir haben uns in Geduld geübt, ihr alles mögliche Angeboten, doch sie lehnt fast alles nach wie vor ab. Wir gaben ihr selbst gemachten Brei. Wir gaben ihr gekauften Brei von unterschiedlichen Firmen. Wir gaben ihr unser Essen. Sie bekam ihren eigenen Teller. Sie bekam unseren Teller. Es gibt feste Routinen. Wir lassen sie selbst entdecken und entscheiden. Und Pauline entscheidet sich. Für die Brust. Immer. Sie nennt sie liebevoll "Bah"und spricht dies in einem freudig hohen Ton aus.

Mein Zwiespalt 
An und für sich liebe ich das Stillen. Es gibt nichts besseres und unbedenklicheres für sein Kind. Doch in Zeiten der Emanzipation ist natürlich auch die Frau bestrebt ihre berufliche Karriere voran zu treiben, beziehungsweise sich selbst in irgendeiner Art und Weise zu verwirklichen. Das Ganze natürlich neben dem Familienleben. So schön die Emanzipation auch sein mag, eines bringt sie nicht mit: Brüste mit Milchdrüsen für die männlichen Wesen dieser Welt. Für die Väter unserer Kinder. 
Nun ist es so, dass ich wieder zu meinen universitären Veranstaltungen gehe, seitdem Pauline 8 Wochen alt ist. Man sollte also meinen, dass sie sich daran gewöhnt haben sollte, dass Mami auch mal ein paar Stunden nicht da ist und sie diese Zeit mit dem Papi verbringt. Doch dem ist nicht so. Pauline weint, sobald sie auch nur ahnt, dass ich das Haus verlassen könnte. Nachts schläft sie am liebsten nur auf der Mama, die Brust in greifbarer Nähe. Wenn Mutti Nachts mal auf die Toilette muss, gibt es ein lautstarkes Schreitheater bis ich mich wieder ins Bett gelegt habe und sie auf meine Brust lege.
Wenn ich sie Abends schlafen lege und mich ins Zimmer nebenan setzte, um zu lernen, wird sie alle paar Minuten wach, sodass ich nach ihr sehen muss. Meist dauert es dann zwei Stunden, bis sie sich richtig beruhigt und schläft. Meine Nerven sind dann aufgebraucht, von der Energie zum Lernen ganz zu schweigen. Papa darf nicht in ihre Nähe kommen, wenn sie schläft oder müde ist. Das klappt überhaupt nicht, auch nicht, nachdem wir das über einen langen Zeitraum konsequent versucht haben. 
Wenn sie morgens wach wird und ich schon in der Uni bin, weint sie herzzerreißend nach mir. Das zieht sich durch den restlichen Tagesverlauf von Moritz und Pauline. Die Welt ist für sie erst wieder in Ordnung, wenn ich da bin. Irgendwie süß. Irgendwie aber auch ganz schön belastend. 
Die Belastung ist größer, als ich mir eingestehen mag. Sie kontrolliert mich seit Wochen, hat mich fest im Griff. Darunter leiden meine mütterlichen Eigenschaften und meine Beziehung zum Ehefreund. 

Ich liebe es Mutter zu sein, doch ich möchte nicht nur Mutter sein. Ich möchte mich weiterbilden, ich möchte arbeiten, ich möchte zu unserem Familienwohl beitragen. Ich möchte für unsere Zukunft sorgen. Doch allem voran möchte ich einfach etwas für mich tun. Mir Luft und Freiräume verschaffen, um dem stressigen Familienleben auch mal zu entfliehen. Um mich gut zu fühlen. Um mit neuem Elan nach Hause zu kommen, voller Energie für meine Liebsten. Versteht mich nicht falsch. Ich möchte den Job einer Mutter und Hausfrau an dieser Stelle keineswegs degradieren. Hierbei geht es nur um mich, wie ich glücklich werde und aus meinem tiefen Loch herausfinde.
Wenn ich dann nach Hause komme, muss ich fast jedes mal erfahren, dass Pauline Sehnsucht hatte, Sehnsucht nach mir. Ihrer Mama.
Es schnürt mir die Kehle zu. Natürlich schmerzt es mich zu wissen, dass mein Kind nach mir weint und deswegen leidet. Immer wieder zweifle ich an meiner Entscheidung weiter zu studieren. Doch aufhören kommt für mich auch nicht in Frage. 
Dann wäre ich zwar zu Hause, doch langfristig wäre das für mich keine Erfüllung. Früher oder später würde auch meine Familie nichts von einer unglücklichen Mami haben. 

Die alleinige Verantwortung für das Stillen und ihre Anhänglichkeit zu tragen ist wundervoll und eine psychische Belastung zugleich. 

Mein Wunsch
Ich möchte Pauline nicht abstillen. In meiner Wunschvorstellung isst Pauline am Tisch mit und wird zum Mittagsschlaf und in der Nacht gestillt. Doch leider ist das eine Wunschvorstellung. 
Ich möchte diese Stillbeziehung nicht radikal beenden, doch die Belastung wächst ins unermessliche. Kürzlich erst musste ich vor lauter Verzweiflung, weil ich das Gefühl hatte nicht mehr atmen zu können, Pauline zu Moritz bringen und alles raus lassen. Weinen. Schreien. Irgendetwas schlagen {in diesem Fall mein Bett}. Die pure Verzweiflung sprudelte nur so aus mir raus.

Die Entscheidung
Ich weiß, dass ich mich entscheiden muss. Entweder ich akzeptiere diese Stillbeziehung so wie sie ist, so wie Pauline sie möchte oder ich beende sie ganz. Bislang konnte ich mich mit keiner der beiden Optionen anfreunden und genau das macht mich so wahnsinnig. 
Ich habe noch immer keine Lösung gefunden für uns, nein für mich. 
Ich will nicht egoistisch sein, doch so weiter machen kann ich nicht. Daran leiden wir alle zu sehr. 

Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen, doch bald muss ich einfach wählen. Das beste fürs Kind oder die psychische Entlastung für mich? 

Ich halte euch auf dem laufenden und würde mich bis dahin freuen, wenn ihr von euren Stillgeschichten erzählen würdet! 


xx, Bini 





Kommentare:

  1. Ich kann dich so gut verstehen! Ich habe Lara gestillt, bis sie ein wenig über 12 Monate alt war. Hauptsächlich zum einschlafen und nachts. Wenn es nach ihr gegangen wäre würde ich sie heute noch stillen. Dann kamen allerdings 3 Wochen in denen ich Schichten gearbeitet habe. Also auch nachts und während ihres Mittagsschlafs. Ich habe damit gerechnet, dass mein Freund mich schon während meiner ersten Schicht anruft und sagt dass ich nach Hause kommen muss. NIE hat sie sich von ihm ins Bett bringen lassen oder nachts jemand anderen akzeptiert als mich.
    Dich plötzlich ging es. Vielleicht weil sie gemerkt hat dass ich nicht im Nebenraum warte sondern wirklich gerade nicht da bin. Wir haben es einige Zeit danach auch noch so gemacht dass ihr Papa das ins Bett bringen übernimmt. Irgendwann habe ich mich dann wieder (ohne Brust) rangetraut. Es war schwer, sie hat viel geweint...
    aber es war das beste so (auch wenn ich mir manchmal denke dass ich gerne länger gestillt hätte). Zu dem Zeitpunkt ging es mir mit dem stillen nicht mehr gut. Es war einfach zu viel. Alles musste ich übernehmen. Jedes aufwachen in der Nacht. Jedes hinlegen zum Mittagsschlaf... ja stillen ist das beste für das Kind! Aber sobald es für die Mutter zur Belastung wird muss sich etwas ändern! Für ein glückliches Baby braucht es auch eine glückliche Mami :)
    Ich wünsche dir ganz viel Kraft! Ja es wird eine anstrengende Zeit und du wirst dir oft Vorwürfe machen aber auch als Mama muss man manchmal an sich denken damit alle auf lange Sicht glücklich werden!
    Liebe Grüße
    Lea

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    1. Liebe Lea,
      ich danke dir für deinen Kommentar! Ich hatte Tränen in den Augen, als ich ihn eben las! Ganz genau so geht es mir zur Zeit.
      Ich weiß, dass ich das Abstillen bereuen würde, aber momentan denke ich, dass es die einzige Möglichkeit wäre, damit ich zufrieden und glücklich bin. Anders weiß ich nicht, wie ich meine Energie aufladen sollte.
      Es ermutigt mich zu lesen, dass es euch mit dieser Entscheidung gut geht, auch wenn man sich Vorwürfe macht.
      Vielen Dank!

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  2. Liebe Bini, genauso geht es mir auch gerade. Aric isst genau die selben Sachen wie Pauline aber am aller liebsten Brust. Sogar beim Einkaufen zieht er an mir und reißt mein Shirt hoch, wenn er nachts nicht seine Brust bekommt schreit er wie abestochen und schlägt nach mir. Ich wünschte, dass er auch nur noch zum Schlafen trinken würde... ich bin gespannt wie es bei uns beiden weiter geht.

    Dicker Kuss <3

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    1. Hach, du Liebe! Geteiltes Leid, ist halbes Leid! Ich hoffe darauf, dass es bald besser wird! Meine Nerven und Energie sind mehr als aufgebraucht!

      Wir senden euch dicke Küsse zurück! <3

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  3. Liebe Bini , mir geht es ganz genauso . Ich musste so schmunzeln als du das mit der Toilette geschrieben hast . Bei Julius ( 15 Monate) 1:1 genauso . Und auch mit dem Papa . Nur ich der ihn beruhigen. Ich bin auch sehr kaputt und ausgelaugt. Und wir suchen nach einer Lösung. Ich möchte auch nicht knallhart abstillen .... Ich wünschte ich könnte dir einen Rat geben . Halte durch ! LG Susi

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    1. Liebe Susi,
      ich wünsche euch, wie uns, dass ganz schnell eine Lösung des Problems gefunden wird. Es zehrt so sehr an den Nerven.
      Haltet durch und fühlt euch gedrückt!
      Liebe Grüße,
      Bini

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  4. Liebe Bini,

    Mein Sohn ist auch im August 2015 geboren worden und wurde bis vor 2-3 Wochen noch sehr viel gestillt. Für mich war es immer schön und wir hatten auch nie Probleme. Jetzt bin ich aber mittlerweile im 8. Monat schwanger mit unserem 2. Kind und habe gerade in den letzten 3 Monatem gemerkt wie sehr mich das Stillen körperlich und dadurch auch seelisch belastet hat. Es wurde so unangenehm und konnte nicht mehr akzeptieren, dass mein Sohn noch so viel gestillt werden wollte. Für ihn und mich war das gleichermaßen schlimm, denn geplant war ja immer etwas anderes. Ich wollte ihn selbst entscheiden lassen, wann wir abstillen und ich hätte auch gern Tandem gestillt. Das könnte natürlich immer noch möglich sein, steht momentan aber noch in den Sternen.
    Zu unserem Glück hatte ich von einem Tag auf den anderen plötzlich kein Milch mehr. Ich hab das erst nur vermutet, denn mein Sohn wollte trotzdem weiterspielen. Nach einiger Zeit wurde es aber immer unangenehmer und ich musste ihm die Brust verweigern. Das waren wirklich 2 sehr schlimme Tage, denn ich konnte ihm nicht verständlich machen wieso das alles jetzt mit uns passiert. Gott sei dank hat er es viel schneller akzeptiert, als ich erwartet hätte und uns geht's jetzt wirklich gut. Bis zu dem Zeitpunkt hatte er auch kein super inniges Verhältnis zu seinem Papa. Er wollte alles ausschließlich mit mir machen. Heute ist es so, dass er seinen Papa tagsüber zum Spielen oder Trösten akzeptiert. Das entlastet mich ungemein und meinen Mann freut es natürlich, dass unser Sohn ihn endlich auch als Vertrauensperson akzeptiert.
    Es tut mir leid, dass es dir jetzt so schlecht geht und ich kann jedes deiner Worte nachempfinden. Man muss als Mutter sowieso schon viel durchmachen, da sollte das eigentlich schöne Stillen doch auch schön für alle sein. Ich wünsche dir, dass es euch bald b der geht und ihr eine Lösung findet. Hast du eventuell noch zu deiner Hebamme Kontakt und kannst sie um Rat fragen?
    Alles Gute!!

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    1. Liebe Jaqueline,
      danke für deine Geschichte! Manchmal würde ich am liebsten sofort Abstillen, doch ich habe Angst, dass P. das nicht gut verkraften wird. Aber ich habe natürlich auch Angst, dass ich das nicht verkrafte, denn ich ertrage das Weinen einfach nicht.
      Manchmal wünsche ich mir auch, dass die Natur das für mich einfach übernimmt und ich keine Milch mehr habe. Einfach damit mir die Entscheidung genommen wird.
      Zu meiner Hebamme hatte ich leider ein sehr distanziertes Verhältnis, sodass sie für mich keine Person des Vertrauen ist.
      Aber vielleicht sollte ich mir tatsächlich woanders Rat einholen.
      Hab vielen Dank für deinen Kommentar!
      Glückwunsch zur Schwangerschaft und alles Gute weiterhin!
      Liebste Grüße,
      Bini

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  5. Hey,
    Man spürt deine Verzweiflung sehr und ich drücke dich erstmal virtuell! Ich erzähle dir nun nicht groß von meiner Stillgeschichte denn das würde dir jetzt gar nicht weiterhelfen. Es lief so, wie du es dir gewünscht hast und mit 11 Monaten waren wir komplett durch.
    Nur eine Sache hat sich bisher nicht von alleine erledigt:
    Die Nächte! Denn mein Mann darf sie nicht ins Bett bringen, aber am schlimmsten ist es wenn sie nachts wach wird. Ganz ok funktioniert es, wenn ich wirklich nicht zu Hause bin und sie mich verabschiedet. Aber auch dann ist das mit viel Tränen verbunden, aber da müssen wir durch denn genau dann ist mein freiraum dran. Und den brauche ich sehr! Mein Mann macht das komplette zu-Bett-geh-Ritual mit ihr - umziehen, Zähne putzen, vorlesen - und wenn er dann nur eine Bewegung Richtung Bett macht oder auch still sitzen bleibt geht das Geweine los.
    Konsequent sein hat bei uns nichts gebracht, außer Frust auf allen drei Fronten.
    Ich glaube, das liegt am stillen. 9 Monate lang habe ich sie abends in den Schlaf gestillt, 11 Monate lang bin ich nachts an ihr Bett zum stillen. Wie soll sie da verstehen, dass es nun anders ist. Sie rechnet fest mit mir, das ist einfach ihr Ritual. Und wenn man dem nicht entspricht, geht ihre Welt unter.
    Was bei uns aber etwas geholfen hat, waren Globulis. Sie hatte so Schlafstörungen, war ständig wach, hat geweint und brauchte Nähe. Ich habe dann den Tipp bekommen, es mit Chamomilla zu versuchen. (Ruhige, Sanfte Menschen sollten ehr Pulsatilla nehmen). Und tatsächlich hat das einiges gebracht. Sie schläft nun wieder 6-8 std wird dann wach, kommt zu uns ins Bett und schläft dort 3-4 std weiter.
    Ich werde im März 4 Tage / 3 Nächte nicht zu Hause sein und habe jetzt schon Bammel davor. Bis dahin haben wir noch einen langen Weg vor uns und müssen die Nächte irgendwie in den Griff bekommen...

    Ich glaube du solltest versuchen dich zu entlasen, denn das beste für dein Kind ist eine ausgeglichene, zufriedene Mama.
    sei egoistisch, denn du hast nun 15 Monate alles für sie gegeben und irgendwann sind die Reserven einfach aufgebraucht! Du bist eine tolle Mama, ganz egal welchen Weg du wählst, denn du bist IHRE Mama!

    Vielleicht musst du mit deinem Mann erneut einen "Schlachtplan" entwerfen. Das du vielleicht eine Nacht auswärts verbringst und die beiden es mit der Flasche oder auch nur Wasser nachts versuchen? Wir haben nie per-Nahrung benutzt. Leonie bekommt nun nachts höchstens einen Schluck Wasser. Daran hab ich sie gewöhnt, in dem ich es ihr halt nachts immer als erstes angeboten habe und dann versucht habe sie schlafen zu legen. Nur wenn es nicht ging, habe ich sie dann noch gestillt.

    Du bist stark - du wirst deinen Weg finden!
    Viele Grüße
    Julia

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    1. Liebe Julia,
      vielen Dank für den Tipp der Globulis! das werde ich auf jeden Fall auch ausprobieren.
      Wir haben ebenfalls oft und über einen langen Zeitraum versucht konsequent zu bleiben, doch auch bei uns führte es zu mehr Frust, als zu dem erhofften Ergebnis.
      Wir tüfteln an einem Plan und ich hoffe sehr, dass bald endlich Besserung einkehrt.
      Es tut gut zu wissen, dass viele andere gleiche oder ähnliche Probleme haben. Auch wenn man sie anderen nicht wünscht, stimmt es doch irgendwie: geteiltes Leid ist halbes Leid.
      Hab vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ganz viele Grüße,
      Bini

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  6. Liebe Bini,
    Erstmal grossen grossen Respekt das DU das so lange mit machst.
    Ich hab im mit 6/7Monat abgestillt mit genau dem selben Problem wie bei Dir.
    Es wurde nur noch Dauergestillt und genuckelt, da Sie keinen Schnuller genommen hat.
    Wir hatten am anfang auch Problem mit Brei und PreMilch aber mit viel Geduld und Zeit haben wir das sehr gut hin bekommen.
    Jetzt ist Sie fast 9Monate und will nur noch ab und zu eine Flasche in der Früh.
    Ich wusste nicht wie und wo ich anfangen soll und hab immer Gedacht: so wie Sie nach der Brust verlangt schaffe ich das nie.
    Diesen Gedanken muss man los werden.
    Und ich muss ehrlich sagen mir/uns geht es seit dem viel viel besser.
    Meine kleine,mein Mann und ich sind viel ausgeglichener.
    Das Gefühl immer da sein zu müssen und wenn man mal unterwegs ist immer mit den Gedanken zu hause bzw beim Kind ob es genug isst und trinkt ist Kräfte zerrenden, ich kann dich da wirklich sehr gut verstehen.
    Ihr werdet euren weg finden und ja auch deine Kleine wird es verstehen und sich daran gewöhnen und es akzeptieren.
    Wünsche Dir ganz viel Kraft und egal was und wie du es machst-es ist das Richtige.


    Liebste Grüsse
    Franzi

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    1. Liebe Franzi,

      ganz genau dieser Gedanke plagt mich auch, immer und immer wieder. Wo fange ich an, wann fange ich und vor allem wie?
      Ich denke auch, dass es mir dadurch viel besser gehen würde, aber ich kann mich noch nicht dazu durch ringen, so 'egoistisch' zu sein. Aber ich denk, dass nur das Besserung bringen wird.
      Hab ganz lieben Dank für deinen Kommentar!

      Ganz liebe Grüße,
      Bini

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    2. Hi Bini danke für deine Antwort.
      Ich denke "egoistisch" ist hier das falsche wort, du willst ja das es euch beiden oder euch dreien besser geht.
      Und zum essen:Warum sollte klein P. essen wenn sie weis das es doch viel einfacher ist es sich bei dir zu holen. Ziemlich schlau von ihr. ;-)
      Wie gesagt Zeit und Geduld mit sich und allen Beteiligten ist wichtig und das Wie kommt meist von ganz allein.

      Schönen Abend euch.

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  7. Hallo Bini,

    bisher war ich nur eine "stille Leserin", aber dein Bericht hat mich sehr berührt und deshalb schreibe ich dir. Ich möchte mich den anderen Schreiberinnen anschließen; deinem Kind geht es gut, wenn es dir gut geht. Denn deine Kleine merkt ganz sicher, wenn es ihrer Mama nicht gut geht. Ich hoffe, dass das jetzt nicht noch mehr Druck aufbaut. Sondern ich hoffe, dass du es als Grund sehen kannst, auf dein Gefühl zu hören. Denn ich bin mir sicher, wenn du in dich hineinfühlst, weißt du eigentlich, was du möchtest. Versuche dich von vermeintlichen äußeren Erwartungen frei zu machen. Ich weiß, das ist leicht geschrieben... Aber schlussendlich geht es nur um dich und deine Familie und darum, dass es euch gut geht. Und den Weg zu eurem Glück kennt nur ihr; vielleicht liegt er im Stillen, vielleicht liegt er im Abstillen ...

    Deshalb sei ruhig egoistisch. Für euch beide. Für deine Beziehung. Und vor Allem: für dich! Mach etwas, was dir Spaß macht, dich auf andere Gedanken bringt. Was du nur für dich tust. Hast du eine gute Freundin in der Nähe? Oder ein Hobby; Joggen gehen, ins Fitnessstudio, Yoga, Tanzen ... ? Wie wärs mit einem Tag im Spa, einer Massage, einem Besuch bei der Kosmetikerin?

    Du hast geschrieben, dass eure Eltern in der Nähe wohnen. Könnt ihr Pauline dort einmal die Woche/den Monat (aber regelmäßig!) hinbringen? Die Großeltern freuen sich ganz sicher und ihr hättet Zeit für euch.

    Und ich kann dir (wenn auch nur aus der Ferne) schreiben: Du hast im letzten Jahr großartiges geleistet: du hast eine zauberhafte Tochter auf die Welt gebracht und dafür gesorgt, dass sie ein selbstbewusstes, willensstarkes und gesundes Mädchen wurde. Feier dich dafür, sei stolz auf dich :) Nimm dir eine kleine Auszeit, geh eine Runde spazieren und mach dir bewusst, wie stark du das letzte Jahr über warst.

    Und solltest es dir, trotz zahlreicher Gespräch mit Moritz, deinen Freundinnen, deiner Familie usw. nicht besser geht, könntest du auch mal bei einer Beratungsstelle bzw. einer Psychologin vorbei schauen oder mit deinem (guten) Hausarzt reden. Ich weiß, das Thema ist mehr als tabu, aber ein Burnout bei Müttern ist nichts ungewöhnliches und vor Allem nichs, wofür man sich schämen sollte.

    Ich hoffe, Moritz und du findet einen guten Weg aus dieser schweren Zeit. Nein: ich bin mir sicher, dass ihr einen guten Weg findet. Ich wünsche dir alles erdenklich Gute!!!

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    Antworten
    1. Ich danke dir zutiefst für deinen Kommentar und deine unglaublich lieben und aufbauenden Worte! Es tut so gut, solch liebe Nachrichten zu lesen, die mich darin bekräftigen, dass ich das tun soll, was ich für richtig halte.
      Pauline bringen wir regelmäßig zu den Großeltern, was für uns eine enorme Entlastung ist. Die Belastung daheim wird dadurch leider auch nicht weniger.
      Ich nehme mir deine Worte zu Herzen und berichte bald..
      Auch Dir alles Gute! <3

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  8. Hallo Bini!
    Ich möchte dir gerne von meinen Erfahrungen berichten.
    Paul ist zwei Tage jünger als Pauline. Er musste immer zum Schlafen gestillt werden und wurde nachts fast stündlich wach und hat laut geschrien, bis er Mamas Brust bekommen hat. Keiner konnte ihn ins Bett bringen! Nur ich mit der Brust! Ich war tagsüber immer sehr müde und erschöpft. Ich war ähnlich wie du wütend, aber ich wollte ihn nicht abstillen... Ich habe mich einfach nicht getraut! Was würde ich denn machen, wenn er nachts trotzdem oft wach wird und schreit? Wie kann ich ihn beruhigen, wenn er keinen Schnuller nimmt??? Wie bringe ich ihn ohne Brust ins Bett? Ich hatte richtig große Angst davor, ihn abzustillen... Aber ich konnte nicht mehr so weiter machen. Ich war nicht mehr glücklich. Er hat mich ausgenutzt. Er hat an mir genuckelt, wie am Schnuller. Und wenn ich ihm die Brust weggenommen hab, dann hat er geschrien und ließ sich nicht mehr beruhigen! Das war alles sehr anstrengend! Meine Mutter hat mir schon lange zum Abstillen geraten. Ich wollte nicht auf sie hören. Doch es wurde immer schlimmer... Ich hatte überhaupt keinen Schlaf mehr und konnte tagsüber nichts mehr sinnvolles machen. Ich konnte nicht essen kochen, weil ich zu schwach und zu müde war. Ich fühlte mich so, als würde mein Kind mir meine letze Energie mit der Milch wegnehmen. Deswegen habe ich dann diesen Schritt gewagt. Letzte Woche Freitag hab ich Paul das letzte mal zum Schlafen gestillt. Und bin für die Nacht weggegangen. Mein Mann sollte sich um Paul kümmern, wenn er aufwacht.
    Ich hab bitterlich geweint. Ich konnte nicht glauben, dass ich ihn das letzte mal gestillt hab. Es fiel mir so schwer. Ich wollte gar nicht weg und wollte das Abstillen abbrechen. Doch mein Mann hat mich unterstützt und wir haben es durchgezogen.
    Nach 2 Stunden als Paul eingeschlafen ist, ist er aufgewacht. Er hat 2 Stunden lang geweint. Mein Mann hat ihn beruhigt und Paul ist das erste mal mit seinem Papa ohne Mamas Brust eingeschlafen. Das zweite mal wurde er um halb sechs wach. Hat nicht mehr lange geweint. Was sehr verwunderlich ist. Heute war die fünfte Nacht ohne Mamas Brust. Paul hat von 21h bis 4 Uhr durchgeschlafen! So lange hat er früher nie geschlafen!!!! Und heute hab ich ihn zum zweiten Mal ohne Brust tagsüber ins Bett gebracht. Abends übernimmt das immer noch mein Mann! Und seit ich abgestillt hab, isst Paul auch viel viel besser!
    Am 16 November wird Paul 15 Monate alt. Ich finde, dass ich meine Pflicht mit dem Stillen erfüllt hab. Ich hätte nie gedacht, dass das Abstillen so einfach gehen wird. Mir persönlich ist es zwar sehr schwer gefallen, aber Paul hat es gut überstanden. Ich fühle mich jetzt auch deutlich besser, obwohl wir heute erst beim fünften Tag ohne Brust sind. Es bringt so viel, wenn man nachts gut schlafen kann!

    Ich wünsche euch alles Gute! Und ich denke, dass du den richtigen Weg für euch finden wirst und triffst dann auch eine richtige Entscheidung!
    Ganz liebe Grüße
    NNatalia und Paul ;))

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