♢ Mama aus, Ich sein an ♢♢ Auszeiten für Mama ♢


Ich sitze in einem Balzac Coffee, trinke einen großen Caramell Macchiato und schaue aus dem großen Fenster. Die Passanten hetzen vorbei, der Weihnachtsmarkt wird aufgebaut und im Hintergrund höre ich das aufgeregte Diskutieren einiger Studenten, die am Tisch nebenan an einer Ausarbeitung arbeiten. Und ich? Ja ich habe Zeit für mich und genieße sie mehr denn je.




Vor dem Leben als Mutter fiel es mir unglaublich schwer, Zeit alleine zu verbringen. Ich heftete mich immer an jemanden, hauptsächlich Moritz. Wenn er mal verhindert war, verabredete ich mich mit Freunden, fuhr zu meinen Eltern, half meinen Brüdern bei den Hausaufgaben oder schaute ganz stupide TV.
Heute ärgere ich mich tierisch über mein früheres Ich. Warum habe ich die Zeit nicht effizienter genutzt? Wieso habe ich nicht damals schon all’ meine Gedanken verschriftlicht, warum bin ich nicht allein auf Reisen gegangen, um die Welt zu erkunden? Wieso habe ich meine Zeit so vergeudet? Zeit mit Freunden und der Familie zu verbingen, ist natürlch auch eine Bereicherung, aber allein Daheim wusste ich einfach nichts mit mir anzufangen. So gar nicht. 
Hinter {fast} allem was ich heute tue, steckt ein Sinn. Ich verbringe Zeit mit meiner Tochter, um ihr beim Lernen und Wachsen zuzusehen. Um ihr etwas beizubringen und einfach für sie da zu sein.
Ich lerne für Klausuren, um Module erfolgreich abzuschließen und dem Ziel des Bachelors immer näher zu kommen. Ich pflege nur Kontakt zu Menschen, von denen ich weiß, dass sie es wert sind.
Ich mache den Haushalt, um mich in unserer Wohnung wohlzufühlen. Ich nehme mir bewusst Zeit für meine Partnerschaft, die neben dem Kind leider viel zu kurz kommt.
Und manchmal, ja manchmal da nehme ich mir Zeit für mich. Mich ganz alleine.

Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, mir die Zeit für mich zu nehmen. Das Kind bei den Eltern ab zu parken und etwas anderes zu tun. Kommt das doch mal vor, dann mache ich den Haushalt, ich lerne, ich mache alles, nur nehme ich mir keine Zeit für mich.
Ich kann erst abschalten, wenn die imaginäre To-Do-Liste in meinem Kopf überall abgehackt wurde.
Doch wenn diese {fast schon} magischen Momente für mich da sind, dann genieße ich sie sehr. Ich nutze meine Zeit effizienter, ich schreibe, ich plane, ich gehe in mich. Selbst eine halbe Stunde kann da schon wahre Wunder bewirken. Die Reserven sind wieder aufgefüllt, man sprudelt vor Energie und ist voller Vorfreude auf die Familie.
Obwohl mir diese 'Ich-Zeiten' nur selten vergönnt sind, würde ich es mir nicht anders wünschen. Denn genau so, wie es ist, ist es unperfekt perfekt. Mein Kind gibt meinem Leben einen Sinn, eine neue Richtung. Eine viel schönere Richtung. Alles ist bunter, schöner, vollkommener und so voller Liebe. 
Ich habe mich seit beginn meiner Schwangerschaft schneller entwickelt, als in den 5 Jahren davor.
Ich nutze meine Zeit bewusst, lebe bewusst und vegetiere nicht mehr vor mich hin.

Ich schaue es dem Fenster und sehe eine Passantin, die zur Bahn hetzt. Ich muss schmunzeln. Morgen bin ich die Passantin, die zur Bahn eilt, um zeitig nach Hause zu kommen. Doch jetzt genieße ich einfach, trinke meinen Caramell Macchiato und freue mich darauf, dass Moritz mir gleich Pauline bringt und wir durch die Stadt bummeln können.
Denn so schön die kinderfreie Zeit sein mag, wird sie niemals das Gefühl übertrumpfen, sein Kind, seine Familie wieder in die Arme zu schließen.

Da kommt Pauline schon strahlend, im Kinderwagen sitzend, auf mich zugefahren und winkt ganz aufgeregt mit den Händen. Genug freie Zeit, nun möchte ich diesen Speckspatz nur noch abknutschen.



xx, Bini

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