♢ Entscheidungen ♢♢ Die Angst vorm Versagen ♢


Seitdem ich Mutter bin, muss ich noch viel mehr Entscheidungen treffen als zuvor. Entscheidungen die nicht nur mich betreffen, sondern mein Kind, meine Familie. Während mir die Konsequenzen früher oft egal waren, fürchte ich mich heute umso mehr vor ihnen. Denn nicht nur ich habe sie zu tragen, sondern auch die Menschen, die ich am meisten Liebe {Familie}.
Und genau das macht mir manchmal wirklich Angst.


Entscheidungen 
Jeden Tag müssen wir Entscheidungen treffen. Für uns, unsere Familie, unsere Kinder. Einige sind nicht von großer Bedeutung, andere umso mehr. Wie verbringt man den Tag mit dem Kind? Geht es nach draußen, oder bleibt man doch lieber zu Hause? Darf das Kind TV schauen oder nicht? Ist ein Keks genug oder darf es noch ein zweiter sein? All' das gehört mehr oder weniger zu einer grundlegenden Lebenseinstellung, die temporär keinen großen Einfluss auf das Kind hat. Doch langfristig ist es natürlich unser Ziel, dass unsere Kinder von unserem Lebensstil profitieren. Ja, der Lebensstil ist in gewisser Art und Weise auch eine Entscheidung. 
Doch dann gibt es auch große Entscheidungen, die das Leben des Kindes sehr betreffen können. Die möglicherweise das Beste für uns wären, aber nicht unbedingt für das Kind. Entscheidungen, die in uns ambivalente Gefühle auslösen.

Meine bisher schwierigste Entscheidung 
In den letzten Wochen hat Pauline mich an den Rand der Verzweiflung gedrängt. Nicht böswillig natürlich, aber jeder Elternteil wird mir wohl darin zustimmen, dass Kinder anstrengend sein können. Ja und phasenweise da ist es besonders anstrengend.  Pauline möchte mit 15 Monaten noch immer die Brust. Wenn es nach ihr ginge, bräuchte sie nichts zu essen, sie hat ja Mamas Milch. So gern ich es liebe, sie zu stillen, so sehr bringt es mich zur Verzweiflung. Mehr dazu könnt ihr hier nachlesen. 
Die Verzweiflung drängt mich zu einer Entscheidung. Abstillen ja oder nein? Ich habe entscheiden: Ja, ich werde sie abstillen. Fiel mir die Entscheidung leicht? Nein, auf keinen Fall. Es war die schwerste Entscheidung, die ich bisher treffen musste. Der ein oder andere mag das belächeln. Aber es wird auch Mütter geben, die mich verstehen. Die wohlmöglich mit ähnlichen Probleme zu kämpfen haben. Und an die möchte ich mich nun wenden.

Des Kindes Wohl hängt von dem Wohl seiner Eltern ab
Das Wohl des Kindes/ der Kinder steht an erster Stelle. Das wird uns immer gesagt und das sehe auch ich so. Doch ich bin auch der Meinung, dass es dem Kind langfristig nur gut gehen kann, wenn es den Eltern gut geht. Wenn sie ausgeglichen sind, voller Energie für den Nachwuchs. Sind die Eltern nicht mehr zufrieden oder ist eine Situation nicht mehr tragbar, muss eine Veränderung her. Auch wenn diese Veränderung nicht im Sinne des Kindes zu sein scheint. Ich musste feststellen, dass meine mütterlichen Qualitäten nachließen. Ich war tagsüber nicht mehr gewillt, mich nach ihren Bedürfnissen zu orientieren. Ich wollte meine Ruhe haben, am liebsten allein sein. Doch das ging nicht, also war ich oft genervt und gereizt. Nachts wurde dann der Höhepunkt erreicht. Oft saß ich weinend da, sagte in einem strengen Ton "Kannst du jetzt nicht einfach aufhören, an meinen Brüsten zu spielen?!". Es ging sogar so weit, dass ich ihr am liebsten wehgetan hätte, damit sie es lernt. Wie gesagt, ich war verzweifelt und frustriert. Dennoch habe ich mich natürlich zusammengerissen, ihr nicht wehgetan. Denn das ist so ziemlich das schlimmste, was man seinen Kindern antun kann. Ihnen Schmerz zuzufügen, egal ob psychisch oder physisch. Wenn diese untragbare Situation aber so weitergehen würde, dann weiß ich nicht, wie lange ich mich noch unter Kontrolle hätte. Ich möchte es nicht ausarten lassen, deswegen meine Entscheidung des Abstillens. 
Vielleicht werde ich in einigen Jahren schon darüber schmunzeln können. Vielleicht fügt sich alles. Vielleicht ist das unser richtiger Weg. Ich hoffe es zumindest sehr. 
Damit ich Kraft schöpfen kann, damit wir eine neue, andere Beziehung aufbauen können. Damit ich wieder eine gute Mutter sein kann. 

Entscheidungen. Sie rauben uns manchmal den Schlaf, treiben uns in den Wahnsinn und den Schweiß auf die Stirn. Doch es führt kein Weg an ihnen vorbei. 
Manchmal muss man eine Tür schließen, damit sich die nächste öffnen kann. 


xx, Bini 



Kommentare:

  1. Liebe Bini,

    obwohl der Post schon etwas älter ist, tat es sehr gut, den letzten Satz zu lesen. Danke dafür. ♥

    LG,
    Deborah

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